Kribbeln in den Fingern in München: Ursache gezielt abklären

Kribbeln oder eingeschlafene Finger sind ein Symptom und keine Diagnose. Das Gefühl entsteht, wenn ein Nerv gereizt oder eingeengt ist, und dieser Ort kann am Handgelenk, am Ellenbogen oder an der Halswirbelsäule liegen. Welche Behandlung hilft, hängt entscheidend davon ab, wo der Nerv tatsächlich bedrängt wird.

Ich bin Arzt für konservative Orthopädie und Wirbelsäulentherapie in München-Sendling-Westpark. In der Erstuntersuchung grenze ich mit einem gezielten neurologisch-orthopädischen Befund ein, welcher Nerv betroffen ist. Manche Ursachen kann ich selbst manuell behandeln, bei anderen sage ich Ihnen offen, dass ein anderer Weg der bessere ist, und koordiniere die nächsten Schritte.

Kurzfristige Termine, ohne Überweisungsschein.

So äußert sich Kribbeln in den Fingern

Schon die Schilderung gibt einen ersten Hinweis auf den Ort der Reizung, häufig sind:

  • Kribbeln oder taube Finger vor allem nachts oder am Morgen, sodass man die Hände ausschüttelt, was eher für das Handgelenk spricht
  • Bestimmte betroffene Finger, etwa nur Daumen, Zeige- und Mittelfinger oder vor allem der Kleinfinger, ein wichtiger Hinweis auf den betroffenen Nerv
  • Beschwerden, die im Nacken oder in der Schulter beginnen und über den Arm bis in die Finger ziehen
  • Nachlassende Kraft oder ein schlechteres Greifen, ein Zeichen, das eine genauere Abklärung nötig macht

Das sind Anhaltspunkte und kein Ersatz für eine Untersuchung.

 
 

Untersuchung und Behandlung bei Kribbeln in den Fingern in München-Sendling

Die Behandlung richtet sich danach, wo der Nerv gereizt wird, nicht nach dem Symptom. Ein Kribbeln aus einem eingeengten Nerv am Handgelenk behandelt man anders als eines aus einer gereizten Nervenwurzel am Hals. Deshalb steht die Eingrenzung am Anfang, und erst danach lege ich fest, welche Verfahren infrage kommen und ob ich der richtige Behandler bin.

Wie ich den betroffenen Nerv eingrenze

Manuelle Medizin bedeutet für mich zuerst untersuchen. Der wichtigste Hinweis ist die Verteilung der Beschwerden: Welche Finger kribbeln, sagt viel darüber aus, welcher Nerv betroffen ist. Daumen, Zeige- und Mittelfinger deuten auf den Mittelnerv am Handgelenk, der Kleinfinger auf den Ellennerv, ein streifenförmiges Muster vom Nacken herab auf eine Nervenwurzel an der Halswirbelsäule.

Ich prüfe Kraft, Reflexe und Berührungsempfinden an Armen und Händen und setze gezielte Provokationstests ein, die den Verdacht erhärten, etwa Tests, die den Mittelnerv am Handgelenk oder die Nervenwurzeln am Hals kurz unter Spannung setzen. Warnzeichen wie eine sichtbare Rückbildung der Muskulatur am Daumenballen, eine deutliche Schwäche oder ein plötzlicher Beginn mit weiteren neurologischen Ausfällen frage ich zuerst ab, weil sie das weitere Vorgehen bestimmen.

Bestätigt sich der Verdacht oder bleibt er unklar, veranlasse ich die passende Zusatzdiagnostik oder überweise gezielt. Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sichert ein Karpaltunnelsyndrom, eine Bildgebung der Halswirbelsäule klärt eine Nervenwurzel. Vorhandene Befunde bringen Sie bitte mit.

Manuelle Medizin, wenn die Halswirbelsäule beteiligt ist

Manuelle Behandlung der Halswirbelsäule bei Kribbeln in den Fingern

Geht das Kribbeln von der Halswirbelsäule aus, ist die manuelle Behandlung mein eigentliches Feld. Ich löse blockierte Segmente der Hals- und der oberen Brustwirbelsäule, behandle die verspannte Nacken- und Schultermuskulatur und arbeite an der Beweglichkeit. Ziel ist, die mechanische Reizung der Nervenwurzel zu verringern und die Haltung zu verbessern, die den Nerv oft mit unter Druck setzt.

An der Halswirbelsäule gehe ich bewusst vorsichtig vor. Eine impulsartige Manipulation setze ich nur nach sorgfältiger Prüfung und nur dann ein, wenn keine Gegenanzeige vorliegt. Zeigt die Untersuchung dagegen ein Karpaltunnelsyndrom als Ursache, liegt der Schwerpunkt woanders, dazu unten mehr.

 
 

Wenn der Karpaltunnel die Ursache ist

Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Mittelnerv am Handgelenk eingeengt. Hier bin ich ehrlich: Die tragenden Bausteine sind eine nächtliche Handgelenkschiene, entlastende Anpassungen im Alltag und, bei stärkerer Ausprägung, eine Injektion oder eine kleine Operation. Für leichtere Fälle gibt es Hinweise, dass manuelle Techniken und Nervengleitübungen die Beschwerden bessern können.

Ich untersuche, ordne den Schweregrad ein und bespreche mit Ihnen den sinnvollen Weg. Wo ich selbst helfen kann, tue ich das. Wo eine Schiene, eine Injektion oder eine Vorstellung beim Handchirurgen der bessere Schritt ist, sage ich das klar und leite es in die Wege, statt eine manuelle Behandlung zu verkaufen, die dem Befund nicht entspricht.

 
 

Injektionen, Quaddeln und Akupunktur

Trägt eine stark verspannte Nacken- und Schultermuskulatur zur Reizung bei, kann ich mit gezielten Injektionen an druckschmerzhafte Punkte und mit Quaddeln arbeiten, je nach Indikation mit naturheilkundlichen Wirkstoffen. Das zielt auf die muskuläre Begleitkomponente, nicht auf den Nerv selbst.

Akupunktur setze ich ergänzend bei ausgeprägter Verspannung ein. Für einzelne Ursachen des Fingerkribbelns, etwa das leichte Karpaltunnelsyndrom, gibt es dazu einzelne Untersuchungen mit unterschiedlichem Ergebnis. Ich verstehe sie als Begleitmaßnahme und nicht als eigenständige Behandlung der Nervenreizung.

 
 

Ergonomie, Eigenübungen und Nervengleiten

Ein großer Teil des Erfolgs liegt außerhalb der Praxis. Ich schaue mir an, wie Sie am Arbeitsplatz sitzen, wie Sie Maus und Tastatur führen und in welcher Haltung Sie schlafen, denn ein abgeknicktes Handgelenk in der Nacht ist ein häufiger Mitverursacher. Kleine Änderungen an Arbeitsplatz und Schlafhaltung nehmen oft spürbar Druck vom Nerv.

Dazu leite ich passende Eigenübungen an, darunter Nervengleitübungen, die den betroffenen Nerv sanft in seiner Beweglichkeit ansprechen, sowie Dehnung und Kräftigung für Nacken und Unterarm. Welche Übungen sinnvoll sind, hängt vom Ort der Reizung ab, deshalb lege ich sie erst nach der Untersuchung fest.

Risiken, Gegenanzeigen und Aufklärung

Vor jeder manuellen Behandlung und jeder Injektion bespreche ich mit Ihnen den Ablauf und die möglichen Reaktionen. Nach einer Behandlung an der Halswirbelsäule sind ein vorübergehendes Ziehen im Nacken oder ein Muskelkatergefühl möglich und harmlos. Ernste Zwischenfälle sind bei sachgemäßer Anwendung selten.

An der Halswirbelsäule gelten besondere Vorsichtsregeln. Gegen eine impulsartige Manipulation sprechen unter anderem Zeichen einer Rückenmarksbeteiligung, eine deutliche Instabilität, eine ausgeprägte Osteoporose, entzündliche oder tumoröse Prozesse sowie Hinweise auf eine Durchblutungsstörung der hirnversorgenden Gefäße. Diese Punkte prüfe ich vor jeder Behandlung, und in ihrer Gegenwart wird an der Halswirbelsäule nicht manipuliert.

 
 
Schaubild zu Kribbeln in den Fingern
 
 

Kribbeln in den Fingern verstehen

Was ist Kribbeln in den Fingern?

Kribbeln, Ameisenlaufen oder ein pelziges Gefühl in den Fingern nennt man fachlich Parästhesie. Es ist eine Empfindungsstörung und entsteht, wenn ein Nerv an irgendeiner Stelle seines Verlaufs gereizt, eingeengt oder in seiner Versorgung beeinträchtigt wird. Der Ort dieser Störung muss nicht dort liegen, wo das Kribbeln spürbar ist.

Drei Nerven versorgen die Hand, und jeder hat sein eigenes Gebiet. Der Mittelnerv reicht zu Daumen, Zeige- und Mittelfinger, der Ellennerv zum Kleinfinger und zur benachbarten Hälfte des Ringfingers, der Speichennerv zum Handrücken. Weil jeder Finger einem Nerv zugeordnet ist, verrät das Muster der betroffenen Finger oft schon, wo das Problem sitzt.

Die Reizung kann am Handgelenk liegen, am Ellenbogen oder weiter oben an der Nervenwurzel in der Halswirbelsäule. Genau diese Zuordnung ist die eigentliche Aufgabe der Untersuchung.

 
 
Anatomie der Halswirbelsäule und der Nervenwurzeln
 

Ursachen und Auslöser

Die möglichen Ursachen verteilen sich über den gesamten Nervenverlauf, vom Hals bis in die Hand:

  • Karpaltunnelsyndrom: Einengung des Mittelnervs am Handgelenk, die häufigste Ursache. Typisch sind nächtliches Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger und der Griff zum Ausschütteln der Hand.
  • Reizung des Ellennervs: meist am Ellenbogen, mit Kribbeln im Kleinfinger und der angrenzenden Hälfte des Ringfingers, oft nach längerem Aufstützen oder abgeknicktem Arm.
  • Nervenwurzel an der Halswirbelsäule: ein Bandscheibenvorfall oder Verschleiß reizt eine Wurzel, das Kribbeln zieht dann streifenförmig vom Nacken über den Arm in bestimmte Finger.
  • Polyneuropathie: eine Schädigung vieler kleiner Nerven, etwa bei Diabetes. Typisch ist ein symmetrisches Kribbeln an beiden Händen, oft zugleich an den Füßen.
  • Engpass am Schultergürtel: seltener, mit belastungs- oder haltungsabhängigen Beschwerden am ganzen Arm.

Auslöser sind oft eine dauerhafte Fehlhaltung, wiederholte Belastung der Hände, eine ungünstige Schlafhaltung oder eine Phase mit viel Nacken- und Schulterspannung. Bei einem Teil der Betroffenen wirken mehrere Ursachen zusammen.

Was ist eine Radikulopathie der Halswirbelsäule?

Aus dem Rückenmark treten in der Halswirbelsäule zwischen den Wirbeln Nervenwurzeln aus, die Arm und Hand versorgen. Wird eine dieser Wurzeln bedrängt, etwa durch einen Bandscheibenvorfall oder durch verschleißbedingte Knochenanbauten, spricht man von einer zervikalen Radikulopathie. Der Reiz an der Wurzel wird dann in dem Gebiet gespürt, das die Wurzel versorgt, oft weit entfernt im Arm oder in einzelnen Fingern.

Jede Wurzel hat ihr eigenes Gebiet. Vereinfacht führt die sechste Halswurzel zum Daumen, die siebte zum Mittelfinger, die achte zum Kleinfinger. Deshalb erlaubt die Verteilung der Beschwerden zusammen mit der Prüfung von Reflexen und Kraft oft eine recht genaue Zuordnung, welche Höhe betroffen ist. Genau hier kann die manuelle Behandlung ansetzen, weil sie die mechanische Reizung an dieser Stelle beeinflusst.

Wie wird die Ursache festgestellt und wie ist der Verlauf?

Am Anfang steht die klinische Untersuchung mit der Verteilung der Beschwerden, der Prüfung von Kraft, Reflexen und Sensibilität und einigen Provokationstests. In vielen Fällen lässt sich die Ursache damit schon gut eingrenzen. Zur Sicherung kommt bei Verdacht auf einen eingeengten Nerv eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit hinzu, bei Verdacht auf eine Nervenwurzel eine Bildgebung der Halswirbelsäule.

Der Verlauf hängt von der Ursache ab. Ein Kribbeln aus einer gereizten Nervenwurzel bildet sich bei einem großen Teil der Betroffenen über Wochen bis wenige Monate zurück. Ein leichtes Karpaltunnelsyndrom kann sich mit Entlastung und Schiene bessern, ein ausgeprägtes braucht oft mehr. Wichtig ist, eine fortschreitende Schädigung nicht zu übersehen, denn eine anhaltende starke Nerveneinengung kann auf Dauer Kraft und Gefühl beeinträchtigen. Genau deshalb steht die Einordnung des Schweregrades am Anfang.

Was spricht gegen die Halswirbelsäule als Ursache?

Nicht jedes Fingerkribbeln kommt aus dem Hals. Gegen die Halswirbelsäule als Ursache sprechen unter anderem:

  • Ein rein nächtliches Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, das sich durch Ausschütteln bessert, was eher für das Handgelenk spricht
  • Ein symmetrisches Kribbeln an beiden Händen und zugleich an den Füßen, wie es bei einer Polyneuropathie vorkommt
  • Beschwerden ganz ohne Nackenbezug, die sich bei keiner Kopf- oder Halsbewegung verändern
  • Ein plötzlicher Beginn zusammen mit Sprach-, Seh- oder Gesichtsstörungen, was ein Notfall ist und sofort abgeklärt gehört

Ein Teil dieser Bilder gehört in neurologische, handchirurgische oder internistische Hand, und ich sage das dann auch. Oft wirken mehrere Ursachen zusammen, sodass die eine ihre eigene Behandlung braucht und der muskuläre oder haltungsbedingte Anteil ergänzend behandelt werden kann.

 
 

Häufig gestellte Fragen zu Kribbeln in den Fingern

Was tun bei anhaltendem Kribbeln in den Fingern?

Kurzes, gelegentliches Kribbeln, das nach einem Lagewechsel verschwindet, ist meist harmlos. Hält das Kribbeln über Tage an, kehrt es regelmäßig wieder oder kommt eine Schwäche hinzu, sollte die Ursache abgeklärt werden. Je länger ein Nerv gereizt bleibt, desto wichtiger ist es, den Grund zu kennen.

Bis zum Termin hilft es, offensichtliche Auslöser zu meiden, etwa das Aufstützen auf den Ellenbogen oder ein stark abgeknicktes Handgelenk in der Nacht. Was darüber hinaus sinnvoll ist, hängt davon ab, wo der Nerv gereizt wird, und genau das klärt die Untersuchung.

Was bedeutet Kribbeln in den Fingern nachts?

Nächtliches Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger ist ein sehr typisches Zeichen für ein Karpaltunnelsyndrom. Im Schlaf knickt das Handgelenk oft ab, das erhöht den Druck im Karpaltunnel, und viele Betroffene wachen mit tauben Fingern auf und schütteln die Hand aus, um das Gefühl loszuwerden.

Eine nächtliche Handgelenkschiene, die das Gelenk in neutraler Stellung hält, bringt hier oft schon deutliche Erleichterung. Bleibt es dabei oder kommt Kraftverlust hinzu, lohnt sich die Abklärung, um den Schweregrad einzuordnen.

Ist Kribbeln in den Fingern ohne Schmerzen gefährlich?

Meist nicht, aber das Fehlen von Schmerz ist kein verlässliches Entwarnungszeichen. Nervenreizungen können sich lange nur durch Kribbeln oder Taubheit äußern, ohne wehzutun. Entscheidend ist weniger, ob es schmerzt, als ob die Beschwerden anhalten, zunehmen oder mit einer Schwäche einhergehen.

Ein Warnzeichen, das ich ernst nehme, ist ein schleichender Kraftverlust oder eine sichtbare Abnahme der Muskulatur am Daumenballen. Das spricht für eine länger bestehende, stärkere Nerveneinengung und gehört zeitnah untersucht, auch wenn nichts wehtut.

Wann muss ich mit Kribbeln in den Fingern zum Arzt?

Sofort in die Notaufnahme gehört ein Kribbeln, das plötzlich auftritt und von Sprach-, Seh- oder Gesichtsstörungen, einer Lähmung oder starker Schwäche begleitet wird. Das kann Zeichen eines Schlaganfalls sein, und hier zählt jede Minute.

Zeitnah, aber ohne Notfallcharakter, sollten Sie sich vorstellen bei einem Kribbeln, das über Tage anhält oder immer wiederkehrt, bei zunehmender Schwäche oder Ungeschicklichkeit der Hand, bei einer sichtbaren Rückbildung der Handmuskulatur sowie bei einem symmetrischen Kribbeln an beiden Händen und Füßen, das an eine Nervenerkrankung des ganzen Körpers denken lässt.

Hilft Chiropraktik bei Kribbeln in den Fingern?

Das hängt davon ab, woher das Kribbeln kommt. Geht es von der Halswirbelsäule aus, kann eine manuelle Behandlung die Reizung der Nervenwurzel und die begleitende Verspannung günstig beeinflussen, mit nach Studienlage eher kurzfristigem Nutzen. Geht es vom Karpaltunnel aus, liegt der Schwerpunkt auf Schiene, Entlastung und gegebenenfalls Injektion oder Operation, und die manuelle Behandlung spielt eine kleinere Rolle.

Voraussetzung ist immer die vorherige Zuordnung und der Ausschluss von Gegenanzeigen. An der Halswirbelsäule wird nur nach sorgfältiger Prüfung und nicht bei Zeichen einer Rückenmarksbeteiligung manipuliert. Deshalb kommt bei mir die Untersuchung vor jeder Behandlung.

Woran erkenne ich ein Karpaltunnelsyndrom?

Kennzeichnend sind Kribbeln und Taubheit in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, betont nachts und am Morgen, und der Drang, die Hand auszuschütteln. Der Kleinfinger bleibt meist frei, weil er von einem anderen Nerv versorgt wird. Bei längerem Bestehen kann die Kraft im Griff nachlassen und die Muskulatur am Daumenballen abnehmen.

Sichern lässt sich der Verdacht mit einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Sie zeigt, ob und wie stark der Mittelnerv am Handgelenk eingeengt ist, und hilft bei der Entscheidung zwischen Schiene, Injektion und Operation. Kommt das Kribbeln dagegen aus dem Nacken, ist meist mehr als nur die Hand betroffen.

Welche Übungen helfen bei Kribbeln in den Fingern?

Häufig hilfreich sind sanfte Nervengleitübungen, die den betroffenen Nerv in seiner Beweglichkeit ansprechen, dazu Dehnung von Unterarm und Handgelenk sowie Übungen, die eine verspannte Nacken- und Schulterregion lockern und die Haltung verbessern. Bei Beteiligung der Halswirbelsäule kommen kräftigende Übungen für die tiefe Nackenmuskulatur hinzu.

Welche Übungen passen, hängt vom Ort der Reizung ab, und falsch ausgeführt können sie einen gereizten Nerv zusätzlich belasten. Deshalb zeige ich sie nach der Untersuchung in der Praxis, statt sie hier allgemein zu empfehlen.

Was sagen wissenschaftliche Studien zu Kribbeln in den Fingern?

Die Studienlage folgt der Ursache. Für das Kribbeln aus einer gereizten Nervenwurzel am Hals fasst eine Übersichtsarbeit von Thoomes aus dem Jahr 2016 den Stand zusammen, erschienen in Chiropractic and Manual Therapies. Ihr Fazit ist zurückhaltend: Es gibt nur wenige gute Studien, und die Evidenz für einen kurzfristigen Nutzen manueller Behandlung bei Schmerz und Beweglichkeit ist von niedrigem Niveau. Ohne schwere neurologische Ausfälle gilt die konservative Behandlung als sinnvolle erste Wahl.

Für das Karpaltunnelsyndrom ist eine randomisierte Studie von Fernández-de-las-Peñas und Mitarbeitern aus dem Jahr 2015 aufschlussreich, veröffentlicht in der Fachzeitschrift The Journal of Pain. Bei 120 Frauen wurde manuelle Therapie mit einer Operation verglichen. Kurzfristig war die manuelle Behandlung überlegen, nach zwölf Monaten waren beide Wege bei Schmerz und Funktion ähnlich wirksam. Einzuordnen ist, dass nur Frauen eingeschlossen waren und dass ausgeprägte Fälle weiterhin von einer Operation profitieren können.

Zusammengefasst: Die manuelle Behandlung ist bei einem Teil der Ursachen ein sinnvoller Baustein, kein Allheilmittel. Was im Einzelfall trägt, entscheidet der Befund, und genau deshalb steht die Zuordnung am Anfang.

Thoomes EJ: Effectiveness of manual therapy for cervical radiculopathy, a review. Chiropractic and Manual Therapies 2016;24:45
Fernández-de-las-Peñas C et al.: Manual Physical Therapy Versus Surgery for Carpal Tunnel Syndrome. The Journal of Pain 2015;16(11):1087-1094

Was kostet eine Behandlung in Ihrer Praxis?

Die Behandlung kann nur privat abgerechnet werden. Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten können gerne ebenfalls behandelt werden, erhalten jedoch eine Selbstzahlerrechnung, die üblicherweise nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Ich rechne nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Die Höhe der Kosten richtet sich nach den individuell erforderlichen und erbrachten Leistungen. Bei einem üblichen Termin mit Beratung, Untersuchung und Behandlung liegt der Rechnungsbetrag für Selbstzahler erfahrungsgemäß bei etwa 175 €. Bei aufwendigerer Diagnostik, zusätzlichen Leistungen oder verwendeten Medikamenten kann der Betrag darüber liegen. Auf Wunsch informiere ich Sie vor der Behandlung über die voraussichtlichen Kosten.

Kribbeln in den Fingern abklären lassen in München-Sendling

Eine Überweisung benötigen Sie nicht. Bringen Sie zum ersten Termin bitte vorhandene Befunde mit, insbesondere Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und Bildgebung der Halswirbelsäule, falls vorhanden. Das hilft, die Ursache rascher einzugrenzen und Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Meine Praxis liegt in München-Sendling-Westpark am Heimeranplatz, erreichbar mit der U-Bahn (U4/U5, Haltestelle Heimeranplatz) oder über den Mittleren Ring. Patientinnen und Patienten kommen unter anderem aus Sendling, Laim, Schwanthalerhöhe, Obersendling und Thalkirchen.

 
 
Kurzfristige Termine in München Sendling-Westpark
Dr. Jonas Putzhammer
Dr. med. Jonas Putzhammer

Schulmedizin mit Blick aufs Ganze, angewandt in Form von Manueller Medizin

  • seit über 10 Jahren tätig als Spezialist für Wirbelsäulentherapie
  • Mitglied der DGMSM (Deutsche Gesellschaft für Muskuloskelettale Medizin)
  • Mitglied der ZAEN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.)
  • Mitglied der DÄGfA (Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.)
 
 
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