Der Befund im MRT nennt einen Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule, und der Schmerz zieht ins Bein, in den Arm oder sitzt als Kribbeln in den Fingern. Der Körper baut ausgetretenes Bandscheibengewebe in den meisten Fällen von selbst ab, meine Behandlung entlastet die gereizte Nervenwurzel in dieser Zeit und hält die Wirbelsäule beweglich.
Diese Symptome sind Hinweise, kein Beweis: Ob tatsächlich ein Bandscheibenvorfall dahintersteckt und welches Segment betroffen ist, zeigt erst die Untersuchung.
Bevor ich behandle, untersuche ich. Ein Bandscheibenvorfall im MRT sagt noch nicht, ob er die Beschwerden auch verursacht, das zeigt erst der Abgleich mit dem, was Sie schildern und was ich in der Untersuchung finde.
Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese. Oft lassen sich schon daraus Belastungsmuster oder Ausstrahlungen mit Taubheit und Kribbeln erkennen, die deutlich auf eine gereizte oder eingeengte Nervenwurzel hindeuten. Darauf folgen neurologische Provokationstests und die Prüfung von Reflexen, Kraft und Sensibilität. Bei Bedarf setze ich eine Infiltration auch diagnostisch ein, um eine einzelne Nervenwurzel gezielt zu blockieren und so den Ursprung des Schmerzes einzugrenzen.
Immer wieder überrascht es Patienten, wenn der Rücken oder Nacken selbst kaum schmerzt, aber Finger, Hand oder Fuß kribbeln oder taub sind. Das ist ein typisches Bild bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule oder der Lendenwirbelsäule: Die Reizung sitzt an der Nervenwurzel, nicht an der Stelle, wo der Vorfall selbst liegt, und das Gefühl zieht dorthin, wohin der betroffene Nerv verläuft.
Ein Bandscheibenvorfall bleibt selten auf ein Segment beschränkt. Die umgebende Muskulatur reagiert mit Schutzspannung, und benachbarte Gelenke übernehmen Bewegung, die das betroffene Segment nicht mehr zulässt. Ich behandle deshalb die funktionell zusammenhängende Einheit: Mobilisation, Muskelenergietechniken, myofasziale und osteopathische Techniken für Muskulatur und Faszien, dazu vorsichtige Chiropraktik an den angrenzenden Segmenten, nicht am betroffenen Segment selbst. Auf Wunsch biete ich ergänzend auch Akupunktur an, aus einer Fortbildung, nicht als eigene Zusatzqualifikation geführt.
Ein Bandscheibenvorfall löst im betroffenen Segment eine Entzündungsreaktion aus, die Nervenwurzel schwillt an und wird zusätzlich chemisch gereizt. Bei der periradikulären Therapie bringe ich den Wirkstoff mit einer feinen Spritze unmittelbar an die betroffene Nervenwurzel ein, das senkt den Schmerz so weit, dass manuelle Behandlung und Bewegung überhaupt möglich werden. Bei der Neuraltherapie setze ich kleine Mengen eines Lokalanästhetikums als Quaddeln über dem betroffenen Segment oder an Triggerpunkte, ergänzt durch eine adäquate Schmerzmedikation und, wo verträglich, Vitamin B1, B6, B12 und D3.
Ich frage bei einem Bandscheibenvorfall immer nach der Schlafposition, der beruflichen Belastung und nach riskanten Übungen im Fitnessstudio, dazu zählen Planks, Kreuzheben oder Kniebeugen mit Gewicht auf den Schultern. Eine angepasste Sitzposition und ein begleitendes Übungsprogramm helfen den meisten Patienten, sobald der akute Reizzustand es zulässt. Allgemeine Hinweise dazu stehen auf meinen Ratgeberseiten zu Eigenübungen und zur richtigen Sitzposition.
Ich empfehle eine operative Abklärung, wenn eine fortschreitende motorische Lähmung einsetzt oder droht, wenn die Bildgebung einen ausgeprägten Vorfall zeigt, der konservativen Maßnahmen nach meiner Einschätzung schwer zugänglich ist, oder wenn die konservative Behandlung nach mehreren Wochen nicht greift. Sofortige Abklärung ist nötig bei:
Auch der Wunsch des Patienten spielt eine Rolle: Wer beruflich oder familiär keine Zeit für eine langwierige konservative Behandlung hat oder bereits lange erfolglos therapiert wurde, für den ist eine Operation auch ohne motorisches Ausfallsymptom eine vertretbare Entscheidung.
Jede Bandscheibe wirkt wie ein hydraulischer Stoßdämpfer: Der weiche Kern verteilt Druckkräfte gleichmäßig auf den umgebenden Faserring. Reißt der Faserring ein, tritt Kernmaterial aus und kann auf eine Nervenwurzel drücken. Zur mechanischen Enge kommt eine chemische Komponente hinzu: Das ausgetretene Gewebe löst eine Entzündungsreaktion aus, die die Nervenwurzel zusätzlich reizt, auch ohne starken Druck. Bei sehr ausgeprägten Vorfällen im Bereich der Lendenwirbelsäule kann in seltenen Fällen der gesamte Nervenwurzelkanal so stark eingeengt werden, dass eine Cauda-equina-Symptomatik entsteht, ein Notfall mit den oben genannten Warnzeichen.
In meinen Augen gehören zu den häufigsten Ursachen eine angeborene Gewebeschwäche, eine sitzende oder körperlich belastende Tätigkeit, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, eine ungünstige Ernährung und eine ungünstige Schlafposition. Auch starker Alkoholkonsum spielt eine Rolle, meist über den Umweg einer schlechten Schlafposition. Mit zunehmendem Alter verliert der Gallertkern zudem Wasser und Elastizität, sodass der Faserring anfälliger für Risse wird.
Im Bereich der Lendenwirbelsäule überschneiden sich die Beschwerden häufig mit einem ISG-Syndrom, einem Peronealsyndrom, einer Reizung der Hüftbeugesehne oder einer beginnenden Hüftarthrose oder Kniearthrose. Spezifische orthopädische Tests grenzen diese Bilder ein, bei Bedarf ziehe ich eine Bildgebung oder einen Neurologen hinzu. Wie sich ein Bandscheibenvorfall von einem Hexenschuss unterscheidet, steht in den häufigen Fragen weiter unten.
Das wichtigste bildgebende Verfahren ist die Magnetresonanztomografie. Sie stellt Bandscheiben, Nervenwurzeln und das umgebende Gewebe gut dar, ohne Röntgenstrahlung. Bandscheibenvorfälle finden sich aber auch bei Menschen ohne jede Beschwerde, deshalb ordne ich einen Befund immer den tatsächlichen Rückenschmerzen und dem Untersuchungsergebnis zu, nicht dem Bild allein. Häufig zeigt das MRT zugleich eine Osteochondrose der Bandscheibe oder, bei älteren Patienten, eine Spinalkanalstenose, beides Verschleißbefunde, die für sich genommen noch nichts über die Beschwerden aussagen.
In vielen Fällen ja. Der Körper baut ausgetretenes Bandscheibengewebe über Wochen bis Monate selbst ab, und die Entzündung um die Nervenwurzel geht zurück. Ob und wie schnell das in Ihrem Fall gelingt, hängt von Größe und Lage des Vorfalls sowie vom Verlauf der ersten Wochen ab, das zeigt sich erst in der Untersuchung.
Bei den meisten Bandscheibenvorfällen ist eine Operation nicht notwendig. Ich behandle konservativ, solange keine fortschreitende Lähmung, keine Blasen- oder Mastdarmstörung und kein Hinweis auf eine drohende Nervenschädigung vorliegt. Wo diese Grenze in Ihrem Fall verläuft, bespreche ich offen mit Ihnen.
Das lässt sich vorab nicht zusagen. Der Verlauf hängt von Größe und Lage des Vorfalls, vom Alter, von der Gewebequalität und davon ab, wie konsequent Belastung und Übungen angepasst werden. Ich bespreche mit Ihnen, woran ich den Fortschritt in Ihrem Fall festmache.
Sofort, wenn eine Lähmung auftritt, wenn Sie Blase oder Darm nicht mehr kontrollieren können, oder wenn ein Trauma vorausging. Das sind Warnzeichen, die auf eine ernste Nervenschädigung hindeuten können und keinen Aufschub erlauben.
Manuelle Behandlung ist eine etablierte Option, solange keine der genannten Warnzeichen vorliegen. Nicht geeignet ist sie als alleinige Therapie bei ausgeprägten neurologischen Ausfällen. Ob sie in Ihrem Fall infrage kommt, entscheidet die Untersuchung, nicht das MRT allein.
Ein Hexenschuss ist ein akuter, plötzlicher Schmerz im unteren Rücken ohne Ausstrahlung ins Bein. Beim Bandscheibenvorfall tritt Gewebe aus und reizt eine Nervenwurzel, typisch sind Ausstrahlung, Kribbeln oder Taubheit. Die Unterscheidung gelingt meist schon in der Untersuchung.
Das hängt davon ab, in welche Richtung der Vorfall ausgewichen ist, deshalb rate ich von pauschalen Übungsplänen ab. Geeignete Übungen zeige ich nach der Untersuchung, allgemeine Hinweise stehen auf meiner Ratgeberseite zu Eigenübungen.
Ausgetretenes Bandscheibengewebe rutscht nicht zurück, der Körper baut es ab. Was zurückgehen kann, ist die Entzündung um die Nervenwurzel, dadurch lässt der Schmerz nach, auch wenn im MRT noch Reste des Vorfalls sichtbar bleiben.
Es gibt Studien, die den konservativen Weg stützen, sie sind allerdings klein und methodisch begrenzt. Eine kanadische Studie verglich Manipulation mit Mikrodiskektomie bei 40 Patienten mit Ischias durch einen LWS-Vorfall, alle zuvor erfolglos konservativ behandelt: Die Intention-to-treat-Analyse fand keinen Unterschied bei Schmerz, Behinderung und Lebensqualität (McMorland et al., 2010, PMID 21036279). Eine doppelblinde italienische Studie verglich echte mit Scheinmanipulation bei 102 Patienten mit akutem Rückenschmerz und Ischialgie durch eine Bandscheibenprotrusion: Nach sechs Monaten waren 28 statt 6 Prozent schmerzfrei am Rücken und 55 statt 20 Prozent schmerzfrei im ausstrahlenden Bein, ohne unerwünschte Ereignisse (Santilli et al., 2006, PMID 16517383). Beide Studien beziehen sich auf kleine Gruppen beziehungsweise auf Protrusionen, nicht auf jeden ausgeprägten Vorfall, das gilt es bei der Übertragung zu beachten.
Selbstzahler: Ein üblicher Termin mit Beratung, Untersuchung und Behandlung liegt erfahrungsgemäß bei etwa 175 €. Bei aufwendigerer Diagnostik, zusätzlichen Leistungen oder Medikamenten liegt der Betrag darüber.
Privatversicherte: Die Rechnung folgt der GOÄ und richtet sich nach Umfang und Aufwand der erbrachten Leistungen. Was Ihr Tarif davon erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab. Auf Wunsch schätze ich die voraussichtlichen Kosten vor der Behandlung ein.
Bringen Sie vorhandene MRT- oder Röntgenbilder samt Befund mit, eine Liste Ihrer Medikamente und, falls vorhanden, Berichte von Voruntersuchungen. Bequeme Kleidung erleichtert die körperliche Untersuchung.
Bei einem Bandscheibenvorfall erwartet Sie zuerst die ausführliche Untersuchung, danach bespreche ich mit Ihnen den Befund und das weitere Vorgehen. Kurzfristige Termine sind möglich, auch ohne Überweisungsschein.
Meine Praxis liegt an der Hansastraße 27e, nahe dem Heimeranplatz mit Anschluss an die U4 und die U5 sowie den Mittleren Ring. Termine bekommen Sie online über die Terminbuchung oder telefonisch unter 089 62021990. Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag von 8:30 bis 18:00 Uhr, Freitag von 8:30 bis 12:00 Uhr.
Schulmedizin mit Blick aufs Ganze, angewandt in Form von Manueller Medizin
Ausgewählte Bewertung aus dem Google-Unternehmensprofil, im Originalwortlaut. Die Echtheit prüft Google, nicht die Praxis.

Ein Chiropraktiker nutzt vor allem Techniken, bei denen er seine Hände einsetzt, um Gelenke oder Körperpartien zu mobilisieren, die eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung aufweisen.
Bei einer Infiltration bringe ich ein Medikament mit einer feinen Nadel unmittelbar an die gereizte Stelle, etwa an eine Nervenwurzel, ein Facettengelenk oder das Iliosakralgelenk.

Die Neuraltherapie ist eine Injektionstherapie, bei der mit einem Lokalanästhetikum die körpereigenen Selbstheilungskräfte angeregt werden, um akute und chronische Beschwerden zu behandeln.

Bei einer Funktionsstörung der Kopfgelenke behandle ich ausschließlich manuell, mit osteopathischen Techniken und Chirotherapie, ohne Geräte und ohne standardisiertes Schema.
Kontaktadresse
Dr. med. Jonas Putzhammer
Hansastraße 27e
81373 München
Telefon: 089 62021990 | E-Mail: nfjnsptzhmmrd