Bandscheibenvorfall in München: erst der Befund, dann die Entscheidung

Der Befund im MRT nennt einen Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule, und der Schmerz zieht ins Bein, in den Arm oder sitzt als Kribbeln in den Fingern. Der Körper baut ausgetretenes Bandscheibengewebe in den meisten Fällen von selbst ab, meine Behandlung entlastet die gereizte Nervenwurzel in dieser Zeit und hält die Wirbelsäule beweglich.

Diese Anzeichen sprechen für einen Bandscheibenvorfall

  • Schmerzen, die vom Rücken ins Bein ausstrahlen, typisch bei einem Vorfall der Lendenwirbelsäule (LWS)
  • Schmerzen, die vom Nacken in Schulter oder Arm ausstrahlen, typisch bei einem Vorfall der Halswirbelsäule (HWS)
  • Kribbeln oder Taubheit in Fingern, Bein oder Fuß
  • Plötzlich einschießender Schmerz bei Bewegung, Husten oder Niesen
  • Kraftverlust oder Schwäche in Arm oder Bein

Diese Symptome sind Hinweise, kein Beweis: Ob tatsächlich ein Bandscheibenvorfall dahintersteckt und welches Segment betroffen ist, zeigt erst die Untersuchung.

 
 

Bandscheibenvorfall in München: mein Vorgehen bei Untersuchung und Behandlung

Manuelle Behandlung der Lendenwirbelsäule

Bevor ich behandle, untersuche ich. Ein Bandscheibenvorfall im MRT sagt noch nicht, ob er die Beschwerden auch verursacht, das zeigt erst der Abgleich mit dem, was Sie schildern und was ich in der Untersuchung finde.

 
 

Warum die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch beginnt

Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese. Oft lassen sich schon daraus Belastungsmuster oder Ausstrahlungen mit Taubheit und Kribbeln erkennen, die deutlich auf eine gereizte oder eingeengte Nervenwurzel hindeuten. Darauf folgen neurologische Provokationstests und die Prüfung von Reflexen, Kraft und Sensibilität. Bei Bedarf setze ich eine Infiltration auch diagnostisch ein, um eine einzelne Nervenwurzel gezielt zu blockieren und so den Ursprung des Schmerzes einzugrenzen.

 
 

Wenn nicht der Rücken schmerzt, sondern die Finger kribbeln

Immer wieder überrascht es Patienten, wenn der Rücken oder Nacken selbst kaum schmerzt, aber Finger, Hand oder Fuß kribbeln oder taub sind. Das ist ein typisches Bild bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule oder der Lendenwirbelsäule: Die Reizung sitzt an der Nervenwurzel, nicht an der Stelle, wo der Vorfall selbst liegt, und das Gefühl zieht dorthin, wohin der betroffene Nerv verläuft.

 
 

Manuelle Medizin: was ich an Wirbelsäule und Nachbargelenken behandle

Ein Bandscheibenvorfall bleibt selten auf ein Segment beschränkt. Die umgebende Muskulatur reagiert mit Schutzspannung, und benachbarte Gelenke übernehmen Bewegung, die das betroffene Segment nicht mehr zulässt. Ich behandle deshalb die funktionell zusammenhängende Einheit: Mobilisation, Muskelenergietechniken, myofasziale und osteopathische Techniken für Muskulatur und Faszien, dazu vorsichtige Chiropraktik an den angrenzenden Segmenten, nicht am betroffenen Segment selbst. Auf Wunsch biete ich ergänzend auch Akupunktur an, aus einer Fortbildung, nicht als eigene Zusatzqualifikation geführt.

 
 

Infiltrationen und Neuraltherapie: wann ich sie einsetze

Ein Bandscheibenvorfall löst im betroffenen Segment eine Entzündungsreaktion aus, die Nervenwurzel schwillt an und wird zusätzlich chemisch gereizt. Bei der periradikulären Therapie bringe ich den Wirkstoff mit einer feinen Spritze unmittelbar an die betroffene Nervenwurzel ein, das senkt den Schmerz so weit, dass manuelle Behandlung und Bewegung überhaupt möglich werden. Bei der Neuraltherapie setze ich kleine Mengen eines Lokalanästhetikums als Quaddeln über dem betroffenen Segment oder an Triggerpunkte, ergänzt durch eine adäquate Schmerzmedikation und, wo verträglich, Vitamin B1, B6, B12 und D3.

 
 

Was Sie selbst tun können, und was ich abrate

Ich frage bei einem Bandscheibenvorfall immer nach der Schlafposition, der beruflichen Belastung und nach riskanten Übungen im Fitnessstudio, dazu zählen Planks, Kreuzheben oder Kniebeugen mit Gewicht auf den Schultern. Eine angepasste Sitzposition und ein begleitendes Übungsprogramm helfen den meisten Patienten, sobald der akute Reizzustand es zulässt. Allgemeine Hinweise dazu stehen auf meinen Ratgeberseiten zu Eigenübungen und zur richtigen Sitzposition.

 
 

Wann ich zur Operation überweise

Ich empfehle eine operative Abklärung, wenn eine fortschreitende motorische Lähmung einsetzt oder droht, wenn die Bildgebung einen ausgeprägten Vorfall zeigt, der konservativen Maßnahmen nach meiner Einschätzung schwer zugänglich ist, oder wenn die konservative Behandlung nach mehreren Wochen nicht greift. Sofortige Abklärung ist nötig bei:

  • einer schmerzlosen Lähmung
  • einer Blasen- oder Mastdarmstörung
  • einem vorausgegangenen Trauma, das abgeklärt werden muss
  • gefährlichen Erkrankungen in der Vorgeschichte

Auch der Wunsch des Patienten spielt eine Rolle: Wer beruflich oder familiär keine Zeit für eine langwierige konservative Behandlung hat oder bereits lange erfolglos therapiert wurde, für den ist eine Operation auch ohne motorisches Ausfallsymptom eine vertretbare Entscheidung.

Schaubild: Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Was bei einem Bandscheibenvorfall in München im Körper passiert

Warum ein Bandscheibenvorfall so starke Schmerzen verursacht

Jede Bandscheibe wirkt wie ein hydraulischer Stoßdämpfer: Der weiche Kern verteilt Druckkräfte gleichmäßig auf den umgebenden Faserring. Reißt der Faserring ein, tritt Kernmaterial aus und kann auf eine Nervenwurzel drücken. Zur mechanischen Enge kommt eine chemische Komponente hinzu: Das ausgetretene Gewebe löst eine Entzündungsreaktion aus, die die Nervenwurzel zusätzlich reizt, auch ohne starken Druck. Bei sehr ausgeprägten Vorfällen im Bereich der Lendenwirbelsäule kann in seltenen Fällen der gesamte Nervenwurzelkanal so stark eingeengt werden, dass eine Cauda-equina-Symptomatik entsteht, ein Notfall mit den oben genannten Warnzeichen.

 
 
 
 
 

Ursachen, die ich in der Sprechstunde am häufigsten sehe

In meinen Augen gehören zu den häufigsten Ursachen eine angeborene Gewebeschwäche, eine sitzende oder körperlich belastende Tätigkeit, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, eine ungünstige Ernährung und eine ungünstige Schlafposition. Auch starker Alkoholkonsum spielt eine Rolle, meist über den Umweg einer schlechten Schlafposition. Mit zunehmendem Alter verliert der Gallertkern zudem Wasser und Elastizität, sodass der Faserring anfälliger für Risse wird.

 
 

Womit ein Bandscheibenvorfall am ehesten verwechselt wird

Im Bereich der Lendenwirbelsäule überschneiden sich die Beschwerden häufig mit einem ISG-Syndrom, einem Peronealsyndrom, einer Reizung der Hüftbeugesehne oder einer beginnenden Hüftarthrose oder Kniearthrose. Spezifische orthopädische Tests grenzen diese Bilder ein, bei Bedarf ziehe ich eine Bildgebung oder einen Neurologen hinzu. Wie sich ein Bandscheibenvorfall von einem Hexenschuss unterscheidet, steht in den häufigen Fragen weiter unten.

 
 

Was das MRT zeigt, und was es nicht zeigt

Das wichtigste bildgebende Verfahren ist die Magnetresonanztomografie. Sie stellt Bandscheiben, Nervenwurzeln und das umgebende Gewebe gut dar, ohne Röntgenstrahlung. Bandscheibenvorfälle finden sich aber auch bei Menschen ohne jede Beschwerde, deshalb ordne ich einen Befund immer den tatsächlichen Rückenschmerzen und dem Untersuchungsergebnis zu, nicht dem Bild allein. Häufig zeigt das MRT zugleich eine Osteochondrose der Bandscheibe oder, bei älteren Patienten, eine Spinalkanalstenose, beides Verschleißbefunde, die für sich genommen noch nichts über die Beschwerden aussagen.

Häufig gestellte Fragen zum Bandscheibenvorfall

Kann ein Bandscheibenvorfall von allein heilen?

In vielen Fällen ja. Der Körper baut ausgetretenes Bandscheibengewebe über Wochen bis Monate selbst ab, und die Entzündung um die Nervenwurzel geht zurück. Ob und wie schnell das in Ihrem Fall gelingt, hängt von Größe und Lage des Vorfalls sowie vom Verlauf der ersten Wochen ab, das zeigt sich erst in der Untersuchung.

Lässt sich ein Bandscheibenvorfall ohne Operation behandeln?

Bei den meisten Bandscheibenvorfällen ist eine Operation nicht notwendig. Ich behandle konservativ, solange keine fortschreitende Lähmung, keine Blasen- oder Mastdarmstörung und kein Hinweis auf eine drohende Nervenschädigung vorliegt. Wo diese Grenze in Ihrem Fall verläuft, bespreche ich offen mit Ihnen.

Wie lange dauert es, bis ein Bandscheibenvorfall ausgeheilt ist?

Das lässt sich vorab nicht zusagen. Der Verlauf hängt von Größe und Lage des Vorfalls, vom Alter, von der Gewebequalität und davon ab, wie konsequent Belastung und Übungen angepasst werden. Ich bespreche mit Ihnen, woran ich den Fortschritt in Ihrem Fall festmache.

Wann muss ich bei einem Bandscheibenvorfall sofort zum Arzt?

Sofort, wenn eine Lähmung auftritt, wenn Sie Blase oder Darm nicht mehr kontrollieren können, oder wenn ein Trauma vorausging. Das sind Warnzeichen, die auf eine ernste Nervenschädigung hindeuten können und keinen Aufschub erlauben.

Hilft manuelle Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall?

Manuelle Behandlung ist eine etablierte Option, solange keine der genannten Warnzeichen vorliegen. Nicht geeignet ist sie als alleinige Therapie bei ausgeprägten neurologischen Ausfällen. Ob sie in Ihrem Fall infrage kommt, entscheidet die Untersuchung, nicht das MRT allein.

Wie unterscheide ich einen Bandscheibenvorfall von einem Hexenschuss?

Ein Hexenschuss ist ein akuter, plötzlicher Schmerz im unteren Rücken ohne Ausstrahlung ins Bein. Beim Bandscheibenvorfall tritt Gewebe aus und reizt eine Nervenwurzel, typisch sind Ausstrahlung, Kribbeln oder Taubheit. Die Unterscheidung gelingt meist schon in der Untersuchung.

Welche Übungen helfen bei einem Bandscheibenvorfall der LWS?

Das hängt davon ab, in welche Richtung der Vorfall ausgewichen ist, deshalb rate ich von pauschalen Übungsplänen ab. Geeignete Übungen zeige ich nach der Untersuchung, allgemeine Hinweise stehen auf meiner Ratgeberseite zu Eigenübungen.

Kann die Bandscheibe wieder zurückrutschen?

Ausgetretenes Bandscheibengewebe rutscht nicht zurück, der Körper baut es ab. Was zurückgehen kann, ist die Entzündung um die Nervenwurzel, dadurch lässt der Schmerz nach, auch wenn im MRT noch Reste des Vorfalls sichtbar bleiben.

Was sagen wissenschaftliche Studien zur konservativen Behandlung?

Es gibt Studien, die den konservativen Weg stützen, sie sind allerdings klein und methodisch begrenzt. Eine kanadische Studie verglich Manipulation mit Mikrodiskektomie bei 40 Patienten mit Ischias durch einen LWS-Vorfall, alle zuvor erfolglos konservativ behandelt: Die Intention-to-treat-Analyse fand keinen Unterschied bei Schmerz, Behinderung und Lebensqualität (McMorland et al., 2010, PMID 21036279). Eine doppelblinde italienische Studie verglich echte mit Scheinmanipulation bei 102 Patienten mit akutem Rückenschmerz und Ischialgie durch eine Bandscheibenprotrusion: Nach sechs Monaten waren 28 statt 6 Prozent schmerzfrei am Rücken und 55 statt 20 Prozent schmerzfrei im ausstrahlenden Bein, ohne unerwünschte Ereignisse (Santilli et al., 2006, PMID 16517383). Beide Studien beziehen sich auf kleine Gruppen beziehungsweise auf Protrusionen, nicht auf jeden ausgeprägten Vorfall, das gilt es bei der Übertragung zu beachten.

Was kostet eine Behandlung in Ihrer Praxis?

Selbstzahler: Ein üblicher Termin mit Beratung, Untersuchung und Behandlung liegt erfahrungsgemäß bei etwa 175 €. Bei aufwendigerer Diagnostik, zusätzlichen Leistungen oder Medikamenten liegt der Betrag darüber.

Privatversicherte: Die Rechnung folgt der GOÄ und richtet sich nach Umfang und Aufwand der erbrachten Leistungen. Was Ihr Tarif davon erstattet, hängt von Ihrem Vertrag ab. Auf Wunsch schätze ich die voraussichtlichen Kosten vor der Behandlung ein.

Was bringe ich zum Termin mit?

Bringen Sie vorhandene MRT- oder Röntgenbilder samt Befund mit, eine Liste Ihrer Medikamente und, falls vorhanden, Berichte von Voruntersuchungen. Bequeme Kleidung erleichtert die körperliche Untersuchung.

 
 

Bandscheibenvorfall: Termin bei einem Arzt in München

Bei einem Bandscheibenvorfall erwartet Sie zuerst die ausführliche Untersuchung, danach bespreche ich mit Ihnen den Befund und das weitere Vorgehen. Kurzfristige Termine sind möglich, auch ohne Überweisungsschein.

Meine Praxis liegt an der Hansastraße 27e, nahe dem Heimeranplatz mit Anschluss an die U4 und die U5 sowie den Mittleren Ring. Termine bekommen Sie online über die Terminbuchung oder telefonisch unter 089 62021990. Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag von 8:30 bis 18:00 Uhr, Freitag von 8:30 bis 12:00 Uhr.

 
 
Kurzfristige Termine in München
Dr. med. Jonas Putzhammer
Dr. med. Jonas Putzhammer

Schulmedizin mit Blick aufs Ganze, angewandt in Form von Manueller Medizin

  • In eigener Praxis seit 2015, Spezialist für Wirbelsäulentherapie
  • Mitglied der DGMSM (Deutsche Gesellschaft für Muskuloskeletale Medizin e.V.)
  • Mitglied der ZAEN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.)
  • Mitglied der DÄGfA (Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.)
 
 
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Dr. med. Jonas Putzhammer

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4,9 von 5 Sternen aus 59 Google Rezensionen, Stand Juli 2026
 
 
 

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