Konservative Behandlung der Iliosakralgelenk-Entzündung
Sakroiliitis braucht zuerst eine präzise Einordnung: Liegt eine entzündlich-rheumatische Erkrankung wie Morbus Bechterew zugrunde, oder eine funktionelle ISG-Störung mit entzündlicher Reizung? Als Arzt und Wirbelsäulenspezialist mit Schwerpunkt Manualmedizin behandle ich die ISG-Entzündung konservativ, mit gezielter ISG-Infiltration, manueller Medizin in den nicht akut entzündlichen Phasen, Bewegungstherapie und Akupunktur. Bei einer systemischen Grunderkrankung stimme ich die Behandlung eng mit Ihrem Rheumatologen ab. Einen Überblick über alle Ursachen von ISG-Beschwerden gebe ich auf der Seite ISG-Schmerzen.
Kurzfristige Termine sind möglich, oft innerhalb weniger Tage. Eine Überweisung ist nicht erforderlich.
Welche Beschwerden im Vordergrund stehen, gibt Hinweise auf die Ursache. Das sind Anhaltspunkte und kein Ersatz für eine Untersuchung.
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Stadium. In akut entzündlichen Phasen steht die Entzündungsdämpfung im Vordergrund, manuelle Manipulationen setze ich dann zurückhaltend ein. In ruhigeren Phasen kommen Chirotherapie und Mobilisation gezielt zum Einsatz. Welche Verfahren ich kombiniere, entscheide ich nach klinischem Befund, Bildgebung und Labor.
Bei ausgeprägten Entzündungsschüben oder wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine gezielte Infiltration des ISG rasch Linderung bringen. Ein entzündungshemmendes Medikament, etwa ein Kortikosteroid, wird in oder an das Gelenk injiziert. Das kann die akute Entzündung dämpfen und ein Zeitfenster schaffen, um mit Bewegungstherapie und manueller Medizin weiterzuarbeiten. Über Nutzen und Risiken einer Injektion kläre ich Sie vorher auf.
Das Iliosakralgelenk kann durch anhaltende Entzündung oder muskuläre Dysbalancen zusätzlich verkanten. In nicht akut entzündlichen Phasen mobilisiere ich das ISG mit gezielten Techniken und löse Blockaden. Die Evidenz dafür ist begrenzt, kleine Studien legen eine Besserung von Schmerz und Funktion nahe. Bei empfindlichen Patientinnen und Patienten setze ich die sanfte Drop-Technik ein.
Bei chronischen ISG-Beschwerden kann die Neuraltherapie die Behandlung ergänzen. Kleine Mengen eines Lokalanästhetikums gezielt in das schmerzhafte Gewebe können chronisch gestörte Nervenimpulse beruhigen. Akupunktur kann bei chronisch-entzündlichen Verläufen oder begleitender Muskelverspannung die Schmerzwahrnehmung dämpfen und die Muskulatur entspannen.
Regelmäßige, dosierte Bewegung ist bei der ISG-Entzündung ein zentraler Baustein. Sie hält die Beweglichkeit erhalten und reduziert die Morgensteifigkeit. Ich zeige Ihnen gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen für zu Hause, um das Iliosakralgelenk zu stabilisieren und Beschwerden langfristig zu verringern.
Liegt eine systemische Grunderkrankung wie Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung vor, ist die Zusammenarbeit mit einem Rheumatologen entscheidend. Ich koordiniere die Behandlung bei Bedarf und stimme die manuelle Therapie auf eine etwaige medikamentöse Basistherapie ab.
Sakroiliitis ist die Entzündung eines oder beider Iliosakralgelenke, der Verbindungen zwischen Kreuzbein und Beckenschaufeln. Entzünden sie sich, entstehen tiefe, oft beidseitige Kreuzschmerzen, die vor allem in Ruhe und nachts auftreten.
Die Sakroiliitis ist nicht dasselbe wie eine ISG-Blockade: Die Blockade ist eine rein funktionelle, nicht entzündliche Bewegungseinschränkung, bei der Sakroiliitis liegt eine echte Gewebsentzündung vor. Diese Unterscheidung prägt das Behandlungskonzept maßgeblich.
Die häufigste Ursache ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung:
Das Iliosakralgelenk ist ein anatomischer Sonderfall, eine Amphiarthrose mit sehr geringer, aber wichtiger Beweglichkeit. Anders als Hüfte oder Knie kann es nicht aktiv bewegt werden, die Stabilität sichert ein dichtes Netz starker Bänder. Gerät dieses System durch Entzündung aus dem Gleichgewicht, kompensieren angrenzende Strukturen wie Lendenwirbelsäule und Hüfte. Das führt zu sekundären Schmerzen und häufig zu einem begleitenden LWS-Syndrom. Diese vielschichtige Schmerzdarstellung erklärt, warum eine Sakroiliitis oft erst spät erkannt wird. Eine systematische Untersuchung und gezielte Bildgebung sind entscheidend.
Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten. Wegweisend sind nachtbetonte, beidseitige Kreuzschmerzen mit Morgensteifigkeit über 30 Minuten und Besserung durch Bewegung. In der Untersuchung kommen ISG-Provokationstests (FABER, Distraktion) und die Beurteilung der Wirbelsäulenbeweglichkeit zum Einsatz. Im MRT sind frühe entzündliche Veränderungen sichtbar, bevor im Röntgen knöcherne Schäden erkennbar werden. Im Labor werden Entzündungswerte (CRP, BSG) und der genetische Marker HLA-B27 bestimmt, der bei Morbus Bechterew häufig positiv ist. Unbehandelt kann eine Sakroiliitis zu fortschreitenden Veränderungen des ISG und bei Morbus Bechterew zur knöchernen Versteifung führen. Eine frühe, konsequente Behandlung ist deshalb wichtig.
Wirksam ist meist eine Kombination aus entzündungshemmender Therapie, gezielter manueller Behandlung des ISG in ruhigeren Phasen und regelmäßiger Bewegung. Akut können Infiltrationen mit einem Kortikosteroid die Entzündung dämpfen. Langfristig helfen manuelle Medizin und gezielte Physiotherapie, das Gelenk zu stabilisieren. Bei nachgewiesener rheumatischer Ursache gehört eine medikamentöse Basistherapie durch einen Rheumatologen dazu.
Typische Hinweise sind Schmerzen tief im Kreuz oder Gesäß, die vor allem nachts und morgens auftreten, mindestens 30 Minuten Morgensteifigkeit und eine deutliche Besserung durch Bewegung. Strahlen die Schmerzen in den Oberschenkel aus und sind Sie jünger als 40 Jahre, sollte eine Sakroiliitis abgeklärt werden. Rein mechanische Rückenschmerzen verstärken sich dagegen meist bei Belastung und bessern sich in Ruhe.
Die Sakroiliitis wird in den allermeisten Fällen konservativ behandelt: gezielte ISG-Infiltrationen, manuelle Medizin, Physiotherapie, Akupunktur und bei entzündlich-rheumatischer Ursache eine medikamentöse Therapie, die der Rheumatologe steuert. Eine operative Versteifung des ISG ist eine absolute Ausnahme und nur bei therapieresistenten Verläufen ein Thema.
Das hängt stark von der Ursache ab. Eine funktionelle ISG-Reizung ohne rheumatische Grunderkrankung kann mit konsequenter Behandlung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten deutlich besser werden. Eine Sakroiliitis bei Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die langfristig begleitet wird, mit dem Ziel, Schübe zu verkürzen und die Beweglichkeit zu erhalten. Je früher die Diagnose, desto besser die Langzeitprognose.
Sanfte, regelmäßige Bewegung wird ausdrücklich empfohlen. Geeignet sind Dehnungen der Hüftbeuger und des Piriformis, Kräftigung der tiefen Rumpfmuskulatur, Mobilitätsübungen für Becken und Lendenwirbelsäule sowie Schwimmen oder Radfahren als gelenkschonende Ausdauersportarten. Übungen mit starker Stoßbelastung sollten in Entzündungsphasen vermieden werden. Konkrete Empfehlungen gebe ich nach der Untersuchung.
Diese Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches. Die ISG-Blockade (ISG-Dysfunktion) ist eine rein funktionelle, reversible Bewegungseinschränkung ohne Gewebsentzündung, oft rasch manuell zu lösen. Die Sakroiliitis ist eine echte Entzündung des Gelenks, die im Labor und in der Bildgebung nachweisbar ist und häufig eine systemische Ursache hat. Beide können gleichzeitig vorliegen und ähnliche Symptome erzeugen. Eine genaue Diagnose ist deshalb unerlässlich.
Manuelle Medizin und Chirotherapie können bei Sakroiliitis sinnvoll sein, vor allem wenn neben der Entzündung auch eine funktionelle ISG-Störung vorliegt. Wichtig ist, dass in akuten, hochentzündlichen Phasen behutsam und angepasst vorgegangen wird. Ich kombiniere manuelle Techniken mit orthopädischem Wissen, um funktionelle und entzündliche Anteile zu berücksichtigen.
Nicht geeignet ist die Manipulation als alleinige Therapie bei aktiver, hochentzündlicher Sakroiliitis im Rahmen rheumatischer Erkrankungen (hier steht die medikamentöse Behandlung im Vordergrund), bei septischer Sakroiliitis mit Fieber, bei akuten Becken- oder Kreuzbeinbrüchen, bei akuter Nervenwurzelkompression mit neurologischen Ausfällen oder bei fortgeschrittener Osteoporose. In der Schwangerschaft kommen ausschließlich besonders schonende Techniken zum Einsatz.
Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn sehr starke, plötzlich einsetzende Kreuzschmerzen auftreten, Schmerzen mit Kribbeln, Taubheit oder Lähmungserscheinungen in die Beine ausstrahlen, Fieber hinzukommt (Hinweis auf eine bakterielle Sakroiliitis) oder Blasen- und Darmkontrolle beeinträchtigt sind. In den nächsten Tagen sollten Sie eine Praxis aufsuchen, wenn Kreuzschmerzen länger als zwölf Wochen bestehen oder sich die Beweglichkeit zunehmend verschlechtert.
Bei der Sakroiliitis ist zwischen entzündlicher und funktioneller Ursache zu unterscheiden. Für die entzündlich-rheumatische Form richtet sich die Behandlung nach den rheumatologischen Leitlinien. Für die manuelle Behandlung einer begleitenden funktionellen ISG-Störung ist die Studienlage begrenzt; eine kleine randomisierte Studie von Kamali und Shokri (2012) zeigte eine Besserung von Schmerz und Funktion nach ISG-Manipulation. In akut entzündlichen Phasen halte ich mich mit Manipulationen bewusst zurück.
In meiner Praxis sehe ich Patientinnen und Patienten, deren nächtliche Kreuzschmerzen oft lange als gewöhnlicher Rückenschmerz gedeutet wurden, bis die entzündliche Komponente erkannt wurde. Eine präzise Differenzierung zwischen entzündlich-rheumatischer und funktioneller Ursache schafft die Grundlage für die richtige Therapie. Aus Sendling, Laim, Schwanthalerhöhe, Obersendling, Thalkirchen und dem gesamten Münchner Süden finden Patientinnen und Patienten in meine Praxis. Sie liegt am Heimeranplatz in Sendling-Westpark, direkt an der U-Bahn (U4/U5). Eine Tiefgarage im Haus erleichtert die Anfahrt.
Schulmedizin mit Blick aufs Ganze, angewandt in Form von Manueller Medizin
Ausgewählte Google-Bewertung im Originalwortlaut.

Ein Chiropraktiker nutzt vor allem Techniken, bei denen er seine Hände einsetzt, um Gelenke oder Körperpartien zu mobilisieren, die eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung aufweisen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert Akupunktur auf der Annahme, dass Kanäle lebenswichtiger Energie in regelmäßigen Mustern im Inneren des Körpers und über dessen Oberfläche verlaufen.

Die Neuraltherapie ist eine Injektionstherapie, bei der mit einem Lokalanästhetikum die körpereigenen Selbstheilungskräfte angeregt werden, um akute und chronische Beschwerden zu behandeln.

Bei einer Funktionsstörung der Kopfgelenke behandle ich ausschließlich manuell, mit osteopathischen Techniken und Chirotherapie, ohne Geräte und ohne standardisiertes Schema.
Kontaktadresse
Dr. med. Jonas Putzhammer
Hansastraße 27e
81373 München
Telefon: 089 62021990 | E-Mail: nfjnsptzhmmrd