Konservative Behandlung von Iliosakralgelenk-Schmerzen
ISG-Schmerzen sitzen tief im unteren Rücken, meist einseitig, und werden häufig als Bandscheibenvorfall oder LWS-Syndrom fehlgedeutet. Als Arzt und Wirbelsäulenspezialist mit Schwerpunkt Manualmedizin kläre ich zuerst, woher der Schmerz wirklich kommt: eine funktionelle ISG-Blockade, eine entzündliche Sakroiliitis, eine Arthrose oder eine andere Ursache. Erst danach behandle ich gezielt, mit manueller Medizin, Infiltration und abgestimmten Übungen. Für Schwangere und Menschen mit empfindlichem Rücken nutze ich die besonders schonende Drop-Technik.
Kurzfristige Termine sind möglich, oft innerhalb weniger Tage. Eine Überweisung ist nicht erforderlich.
Welche Beschwerden im Vordergrund stehen, gibt Hinweise auf die Ursache. Das sind Anhaltspunkte und kein Ersatz für eine Untersuchung.
Mein Therapiekonzept richtet sich nach dem Befund und kombiniert mehrere Verfahren. Welche ich wähle, entscheide ich nach Anamnese, klinischer Untersuchung und Beschwerdebild.
Bei einer funktionellen ISG-Blockade steht die gezielte manuelle Behandlung im Vordergrund. Mit einem kontrollierten Impuls löse ich die Blockierung des Iliosakralgelenks und stelle die normale Beweglichkeit wieder her. Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine direkte Manipulation nicht geeignet ist, etwa bei ausgeprägter Schmerzempfindlichkeit, Osteoporose oder in der Schwangerschaft, setze ich die Drop-Technik (Thompson-Drop-Technik) ein. Ein absenkbarer Behandlungstisch reduziert die nötige Kraft deutlich und macht das Verfahren besonders schonend.
Ergänzend behandle ich mit osteopathischen Griffen die umliegenden Muskeln, Bänder und Faszien. Die kräftigen Bänder rund um das ISG sowie die Gesäß- und Rückenstreckmuskulatur sind für die Stabilität des Gelenks entscheidend und können bei Verspannung die Beschwerden verstärken.
Reichen manuelle Maßnahmen nicht aus oder besteht eine ausgeprägte Reizung im Gelenk, kann eine gezielte Infiltration des ISG sinnvoll sein. Dabei bringe ich ein entzündungshemmendes Medikament, meist ein Lokalanästhetikum in Kombination mit einem Kortikoid, in oder nahe an das Gelenk ein. Das kann den Schmerzkreislauf unterbrechen und ein Zeitfenster schaffen, in dem manuelle Therapie und Übungen wirken. Über Nutzen und Risiken einer Injektion kläre ich Sie vorher auf.
Bei chronischen sakroiliakalen Schmerzen ergänzt die Neuraltherapie die Behandlung. Kleine Mengen eines Lokalanästhetikums an gezielte Nerven- und Bindegewebspunkte rund um das ISG können die gestörte Schmerzverarbeitung beruhigen. Ergänzend zeige ich Ihnen individuelle Übungen, mit denen Sie die tiefe Rumpf- und die Gesäßmuskulatur kräftigen und erneuten ISG-Blockaden vorbeugen.
ISG-Schmerzen (auch Iliosakralgelenk-Schmerzen oder sakroiliakale Schmerzen) gehen vom Kreuzdarmbeingelenk aus, der Verbindung zwischen Kreuzbein (Sakrum) und den beiden Beckenschaufeln. Der Schmerz sitzt typischerweise tief im unteren Rücken, oft einseitig, und kann in Gesäß, Oberschenkel oder Leiste ausstrahlen.
Genau deshalb ist die Abgrenzung von einem Bandscheibenvorfall oder einem LWS-Syndrom oft schwierig. Hinter ISG-Schmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen stecken, von einer funktionellen Blockade bis zu einer entzündlichen Sakroiliitis.
Die häufigsten Ursachen für ISG-Schmerzen im Überblick:
Die beiden Iliosakralgelenke sind von kräftigen, kurzen Bändern umgeben und normalerweise kaum beweglich, nur wenige Millimeter. Diese Stabilität ist nötig, damit das Kreuzbein wie ein Keil zwischen den Beckenschaufeln das Gewicht des Rumpfes sicher auf Becken und Beine überträgt. Gerade die geringe Beweglichkeit macht das Gelenk aber anfällig: Schon kleine Abweichungen von der normalen Mechanik können intensiven Schmerz auslösen. Wegen der engen Verbindung zu Lendenwirbelsäule und Hüfte werden ISG-Schmerzen leicht mit Bandscheiben- oder Hüftproblemen verwechselt. Eine präzise klinische Untersuchung ist deshalb der Schlüssel.
Die ISG-Dysfunktion stelle ich klinisch fest, mit standardisierten Provokationstests wie FABER-Test, Kompressionstest und Gaenslen-Test, die gezielt Druck auf das ISG ausüben. Bildgebung wie Röntgen oder MRT setze ich ein, um strukturelle Ursachen wie Arthrose, Fraktur oder eine entzündliche Sakroiliitis abzugrenzen. Akute ISG-Schmerzen bessern sich bei passender Behandlung oft innerhalb weniger Wochen. Beschwerden über mehr als zwölf Wochen gelten als chronisch und brauchen ein umfassenderes Konzept.
Bei ISG-Schmerzen ist meist Bewegung sinnvoller als strikte Schonung, längere Bettruhe verschlimmert eine ISG-Blockade oft. Wärme (Wärmflasche, Kirschkernkissen) entspannt die Muskulatur rund um das Gelenk und lindert den Schmerz. Halten die Beschwerden länger als einige Tage an oder sind sie sehr stark, sollten Sie sich untersuchen lassen. Eine gezielte manuelle Behandlung kann eine ISG-Blockade erfahrungsgemäß rasch lindern.
Akute ISG-Schmerzen, etwa nach einer Blockade durch Verheben, klingen bei passender Behandlung häufig innerhalb von zwei bis sechs Wochen ab. Ohne Behandlung oder bei ungünstigen Umständen (wiederkehrende Fehlbelastung, Übergewicht, langes Sitzen) können sie in ein chronisches ISG-Syndrom über zwölf Wochen übergehen. Frühe Behandlung verkürzt den Verlauf erfahrungsgemäß.
ISG-Schmerzen lassen sich fast immer konservativ behandeln. Manuelle Medizin, Infiltration, Neuraltherapie, gezielte Übungstherapie und osteopathische Techniken sind die Verfahren der Wahl. Eine Operation kommt nur bei schweren strukturellen Schäden oder therapieresistenten Verläufen infrage und bleibt die Ausnahme.
Lassen Sie sich untersuchen, wenn die Schmerzen länger als ein bis zwei Wochen anhalten oder sich trotz Wärme und Bewegung nicht bessern. Warnsignale, die zeitnah abgeklärt werden sollten: starke nächtliche Schmerzen (möglicher Hinweis auf eine entzündliche Ursache), Taubheit oder Schwäche im Bein, Schmerzen nach Sturz oder Unfall sowie sich rasch verschlechternde Beschwerden in der Schwangerschaft.
Hilfreich sind Übungen, die die tiefen Rumpfstabilisatoren und die Gesäßmuskulatur kräftigen, ohne das ISG zu überlasten: sanfte Knie-zur-Brust-Dehnungen im Liegen, die Brücke (Gesäßheben in Rückenlage), Clamshell-Übungen für die Hüftaußenrotatoren und ein gezieltes Training des Gluteus medius. Beginnen Sie Übungen erst nach ärztlicher Abklärung, damit sie zum Befund passen.
Beide können in den unteren Rücken und das Bein ausstrahlen. Bei einer ISG-Dysfunktion sitzt der Schmerz typischerweise einseitig direkt über dem Gelenk (Grübchen über dem Gesäß) und strahlt selten unter das Knie aus. Ein Bandscheibenvorfall verursacht oft einen elektrisch-stechenden Schmerz entlang eines Dermatoms bis in Unterschenkel oder Fuß, begleitet von Taubheit oder Kribbeln. Die sichere Unterscheidung gelingt durch klinische Provokationstests und gegebenenfalls ein MRT.
Bei einer funktionellen ISG-Störung ist die gezielte manuelle Behandlung eine sinnvolle Option, die Studienlage dazu ist allerdings begrenzt und beruht auf kleinen Untersuchungen. Ich stimme die Methode individuell auf den Befund ab; verträgt jemand eine klassische Manipulation nicht, kommt die schonende Drop-Technik zum Einsatz.
Nicht geeignet ist die manuelle Manipulation als alleinige Therapie bei aktiver Sakroiliitis im Rahmen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (hier steht zunächst die entzündungshemmende Behandlung im Vordergrund), bei akuten Becken- oder Kreuzbeinbrüchen, bei akuter Nervenwurzelkompression mit neurologischen Ausfällen oder bei fortgeschrittener Osteoporose. Auch in der Schwangerschaft verwende ich ausschließlich besonders schonende Techniken. Die richtige Einordnung gehört zur Erstuntersuchung.
ISG-Schmerzen entstehen durch Funktionsstörungen oder Reizung des Iliosakralgelenks. Für die manuelle Behandlung ist die Studienlage begrenzt und stützt sich auf kleine Untersuchungen. Eine randomisierte Studie von Kamali und Shokri (2012) an 32 Patientinnen zeigte, dass eine gezielte Manipulation des Iliosakralgelenks Schmerz und Beweglichkeit verbessern kann; beide untersuchten Manipulationsvarianten führten zu einer Besserung. Große, hochwertige Vergleichsstudien fehlen bislang. Ich verbinde die manuelle Behandlung deshalb immer mit Untersuchung, Aufklärung und aktiver Übungstherapie.
In meiner Praxis sehe ich viele Patientinnen und Patienten, die nach langer Unsicherheit endlich wissen wollen, woher ihre tiefen Kreuzschmerzen wirklich kommen. Gerade Schwangere und junge Mütter schätzen die schonende Drop-Technik, die auch in dieser sensiblen Phase geeignet ist. Aus Sendling, Laim, Schwanthalerhöhe, Obersendling, Thalkirchen und dem gesamten Münchner Süden finden Patientinnen und Patienten in meine Praxis. Sie liegt am Heimeranplatz in Sendling-Westpark, direkt an der U-Bahn (U4/U5). Eine Tiefgarage im Haus erleichtert die Anfahrt.
Schulmedizin mit Blick aufs Ganze, angewandt in Form von Manueller Medizin
Ausgewählte Google-Bewertung im Originalwortlaut.

Ein Chiropraktiker nutzt vor allem Techniken, bei denen er seine Hände einsetzt, um Gelenke oder Körperpartien zu mobilisieren, die eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung aufweisen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert Akupunktur auf der Annahme, dass Kanäle lebenswichtiger Energie in regelmäßigen Mustern im Inneren des Körpers und über dessen Oberfläche verlaufen.

Die Neuraltherapie ist eine Injektionstherapie, bei der mit einem Lokalanästhetikum die körpereigenen Selbstheilungskräfte angeregt werden, um akute und chronische Beschwerden zu behandeln.

Bei einer Funktionsstörung der Kopfgelenke behandle ich ausschließlich manuell, mit osteopathischen Techniken und Chirotherapie, ohne Geräte und ohne standardisiertes Schema.
Kontaktadresse
Dr. med. Jonas Putzhammer
Hansastraße 27e
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