ISG-Schmerzen in München: Ursache gezielt abklären und behandeln

Konservative Behandlung von Iliosakralgelenk-Schmerzen

ISG-Schmerzen sitzen tief im unteren Rücken, meist einseitig, und werden häufig als Bandscheibenvorfall oder LWS-Syndrom fehlgedeutet. Als Arzt und Wirbelsäulenspezialist mit Schwerpunkt Manualmedizin kläre ich zuerst, woher der Schmerz wirklich kommt: eine funktionelle ISG-Blockade, eine entzündliche Sakroiliitis, eine Arthrose oder eine andere Ursache. Erst danach behandle ich gezielt, mit manueller Medizin, Infiltration und abgestimmten Übungen. Für Schwangere und Menschen mit empfindlichem Rücken nutze ich die besonders schonende Drop-Technik.

Kurzfristige Termine sind möglich, oft innerhalb weniger Tage. Eine Überweisung ist nicht erforderlich.

Typische Beschwerden bei ISG-Schmerzen

  • Dumpfer oder stechender Schmerz tief im unteren Rücken, meist einseitig, oft mit Ausstrahlung in Gesäß, Oberschenkel oder Leiste.
  • Beschwerden beim Aufstehen aus dem Sitzen, beim Treppensteigen oder nach langem einseitigem Stehen.
  • Morgensteifigkeit im Beckenbereich, die sich im Tagesverlauf bessert.
  • Schmerzen beim Heben, oft begleitet vom Gefühl, das Becken sei schief oder blockiert.
  • Zunehmende Beschwerden in der Schwangerschaft oder nach der Geburt, wenn die hormonell gelockerten Bänder das ISG anfälliger machen.

Welche Beschwerden im Vordergrund stehen, gibt Hinweise auf die Ursache. Das sind Anhaltspunkte und kein Ersatz für eine Untersuchung.

 
 

Behandlung von ISG-Schmerzen in München-Sendling

Mein Therapiekonzept richtet sich nach dem Befund und kombiniert mehrere Verfahren. Welche ich wähle, entscheide ich nach Anamnese, klinischer Untersuchung und Beschwerdebild.

Chirotherapie und Manuelle Medizin

Behandlung bei ISG-Schmerzen

Bei einer funktionellen ISG-Blockade steht die gezielte manuelle Behandlung im Vordergrund. Mit einem kontrollierten Impuls löse ich die Blockierung des Iliosakralgelenks und stelle die normale Beweglichkeit wieder her. Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine direkte Manipulation nicht geeignet ist, etwa bei ausgeprägter Schmerzempfindlichkeit, Osteoporose oder in der Schwangerschaft, setze ich die Drop-Technik (Thompson-Drop-Technik) ein. Ein absenkbarer Behandlungstisch reduziert die nötige Kraft deutlich und macht das Verfahren besonders schonend.

 
 

Osteopathische Techniken

Ergänzend behandle ich mit osteopathischen Griffen die umliegenden Muskeln, Bänder und Faszien. Die kräftigen Bänder rund um das ISG sowie die Gesäß- und Rückenstreckmuskulatur sind für die Stabilität des Gelenks entscheidend und können bei Verspannung die Beschwerden verstärken.

 
 

Infiltration bei hartnäckigen ISG-Schmerzen

Reichen manuelle Maßnahmen nicht aus oder besteht eine ausgeprägte Reizung im Gelenk, kann eine gezielte Infiltration des ISG sinnvoll sein. Dabei bringe ich ein entzündungshemmendes Medikament, meist ein Lokalanästhetikum in Kombination mit einem Kortikoid, in oder nahe an das Gelenk ein. Das kann den Schmerzkreislauf unterbrechen und ein Zeitfenster schaffen, in dem manuelle Therapie und Übungen wirken. Über Nutzen und Risiken einer Injektion kläre ich Sie vorher auf.

 
 

Neuraltherapie und gezielte Übungen

Bei chronischen sakroiliakalen Schmerzen ergänzt die Neuraltherapie die Behandlung. Kleine Mengen eines Lokalanästhetikums an gezielte Nerven- und Bindegewebspunkte rund um das ISG können die gestörte Schmerzverarbeitung beruhigen. Ergänzend zeige ich Ihnen individuelle Übungen, mit denen Sie die tiefe Rumpf- und die Gesäßmuskulatur kräftigen und erneuten ISG-Blockaden vorbeugen.

 
 
Schaubild: Behandlung von ISG-Schmerzen
 
 

ISG-Schmerzen verstehen

Was sind ISG-Schmerzen?

ISG-Schmerzen (auch Iliosakralgelenk-Schmerzen oder sakroiliakale Schmerzen) gehen vom Kreuzdarmbeingelenk aus, der Verbindung zwischen Kreuzbein (Sakrum) und den beiden Beckenschaufeln. Der Schmerz sitzt typischerweise tief im unteren Rücken, oft einseitig, und kann in Gesäß, Oberschenkel oder Leiste ausstrahlen.

Genau deshalb ist die Abgrenzung von einem Bandscheibenvorfall oder einem LWS-Syndrom oft schwierig. Hinter ISG-Schmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen stecken, von einer funktionellen Blockade bis zu einer entzündlichen Sakroiliitis.

 
 
Anatomie des Iliosakralgelenks
 

Ursachen und Auslöser

Die häufigsten Ursachen für ISG-Schmerzen im Überblick:

  • ISG-Blockade: eine funktionelle Bewegungseinschränkung des Gelenks, oft durch Fehlhaltung, langes Sitzen, einseitiges Heben oder einen ungünstigen Bewegungsablauf. Mehr dazu auf der Seite ISG-Blockade.
  • Muskelverspannungen: verspannte Rückenstrecker und Gesäßmuskulatur, oft durch langes statisches Sitzen.
  • ISG-Arthrose: Verschleiß des Gelenkknorpels durch langjährige Belastung oder Übergewicht.
  • Entzündliche Ursachen: eine Sakroiliitis, etwa bei Morbus Bechterew, zeigt sich häufig durch nächtliche Schmerzen und morgendliche Steifigkeit, die sich durch Bewegung bessert.
  • Verletzungen: Becken- oder Kreuzbeinbrüche nach Sturz oder Unfall.
  • Schwangerschaft: hormonell gelockerte Bänder erhöhen die Beweglichkeit und Verletzlichkeit des ISG.

Warum ist das ISG so anfällig für Schmerzen?

Die beiden Iliosakralgelenke sind von kräftigen, kurzen Bändern umgeben und normalerweise kaum beweglich, nur wenige Millimeter. Diese Stabilität ist nötig, damit das Kreuzbein wie ein Keil zwischen den Beckenschaufeln das Gewicht des Rumpfes sicher auf Becken und Beine überträgt. Gerade die geringe Beweglichkeit macht das Gelenk aber anfällig: Schon kleine Abweichungen von der normalen Mechanik können intensiven Schmerz auslösen. Wegen der engen Verbindung zu Lendenwirbelsäule und Hüfte werden ISG-Schmerzen leicht mit Bandscheiben- oder Hüftproblemen verwechselt. Eine präzise klinische Untersuchung ist deshalb der Schlüssel.

Diagnose und Verlauf

Die ISG-Dysfunktion stelle ich klinisch fest, mit standardisierten Provokationstests wie FABER-Test, Kompressionstest und Gaenslen-Test, die gezielt Druck auf das ISG ausüben. Bildgebung wie Röntgen oder MRT setze ich ein, um strukturelle Ursachen wie Arthrose, Fraktur oder eine entzündliche Sakroiliitis abzugrenzen. Akute ISG-Schmerzen bessern sich bei passender Behandlung oft innerhalb weniger Wochen. Beschwerden über mehr als zwölf Wochen gelten als chronisch und brauchen ein umfassenderes Konzept.

 
 

Häufig gestellte Fragen zu ISG-Schmerzen

Was tun bei ISG-Schmerzen im unteren Rücken?

Bei ISG-Schmerzen ist meist Bewegung sinnvoller als strikte Schonung, längere Bettruhe verschlimmert eine ISG-Blockade oft. Wärme (Wärmflasche, Kirschkernkissen) entspannt die Muskulatur rund um das Gelenk und lindert den Schmerz. Halten die Beschwerden länger als einige Tage an oder sind sie sehr stark, sollten Sie sich untersuchen lassen. Eine gezielte manuelle Behandlung kann eine ISG-Blockade erfahrungsgemäß rasch lindern.

Wie lange dauern ISG-Schmerzen?

Akute ISG-Schmerzen, etwa nach einer Blockade durch Verheben, klingen bei passender Behandlung häufig innerhalb von zwei bis sechs Wochen ab. Ohne Behandlung oder bei ungünstigen Umständen (wiederkehrende Fehlbelastung, Übergewicht, langes Sitzen) können sie in ein chronisches ISG-Syndrom über zwölf Wochen übergehen. Frühe Behandlung verkürzt den Verlauf erfahrungsgemäß.

Kann man ISG-Schmerzen ohne Operation behandeln?

ISG-Schmerzen lassen sich fast immer konservativ behandeln. Manuelle Medizin, Infiltration, Neuraltherapie, gezielte Übungstherapie und osteopathische Techniken sind die Verfahren der Wahl. Eine Operation kommt nur bei schweren strukturellen Schäden oder therapieresistenten Verläufen infrage und bleibt die Ausnahme.

Wann sollte ich bei ISG-Schmerzen zum Arzt?

Lassen Sie sich untersuchen, wenn die Schmerzen länger als ein bis zwei Wochen anhalten oder sich trotz Wärme und Bewegung nicht bessern. Warnsignale, die zeitnah abgeklärt werden sollten: starke nächtliche Schmerzen (möglicher Hinweis auf eine entzündliche Ursache), Taubheit oder Schwäche im Bein, Schmerzen nach Sturz oder Unfall sowie sich rasch verschlechternde Beschwerden in der Schwangerschaft.

Welche Übungen helfen bei ISG-Schmerzen?

Hilfreich sind Übungen, die die tiefen Rumpfstabilisatoren und die Gesäßmuskulatur kräftigen, ohne das ISG zu überlasten: sanfte Knie-zur-Brust-Dehnungen im Liegen, die Brücke (Gesäßheben in Rückenlage), Clamshell-Übungen für die Hüftaußenrotatoren und ein gezieltes Training des Gluteus medius. Beginnen Sie Übungen erst nach ärztlicher Abklärung, damit sie zum Befund passen.

ISG-Schmerzen oder Bandscheibenvorfall, wie erkenne ich den Unterschied?

Beide können in den unteren Rücken und das Bein ausstrahlen. Bei einer ISG-Dysfunktion sitzt der Schmerz typischerweise einseitig direkt über dem Gelenk (Grübchen über dem Gesäß) und strahlt selten unter das Knie aus. Ein Bandscheibenvorfall verursacht oft einen elektrisch-stechenden Schmerz entlang eines Dermatoms bis in Unterschenkel oder Fuß, begleitet von Taubheit oder Kribbeln. Die sichere Unterscheidung gelingt durch klinische Provokationstests und gegebenenfalls ein MRT.

Hilft Chiropraktik bei ISG-Schmerzen?

Bei einer funktionellen ISG-Störung ist die gezielte manuelle Behandlung eine sinnvolle Option, die Studienlage dazu ist allerdings begrenzt und beruht auf kleinen Untersuchungen. Ich stimme die Methode individuell auf den Befund ab; verträgt jemand eine klassische Manipulation nicht, kommt die schonende Drop-Technik zum Einsatz.

Nicht geeignet ist die manuelle Manipulation als alleinige Therapie bei aktiver Sakroiliitis im Rahmen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (hier steht zunächst die entzündungshemmende Behandlung im Vordergrund), bei akuten Becken- oder Kreuzbeinbrüchen, bei akuter Nervenwurzelkompression mit neurologischen Ausfällen oder bei fortgeschrittener Osteoporose. Auch in der Schwangerschaft verwende ich ausschließlich besonders schonende Techniken. Die richtige Einordnung gehört zur Erstuntersuchung.

Was sagen wissenschaftliche Studien zu ISG-Schmerzen?

ISG-Schmerzen entstehen durch Funktionsstörungen oder Reizung des Iliosakralgelenks. Für die manuelle Behandlung ist die Studienlage begrenzt und stützt sich auf kleine Untersuchungen. Eine randomisierte Studie von Kamali und Shokri (2012) an 32 Patientinnen zeigte, dass eine gezielte Manipulation des Iliosakralgelenks Schmerz und Beweglichkeit verbessern kann; beide untersuchten Manipulationsvarianten führten zu einer Besserung. Große, hochwertige Vergleichsstudien fehlen bislang. Ich verbinde die manuelle Behandlung deshalb immer mit Untersuchung, Aufklärung und aktiver Übungstherapie.

Konservative Behandlung von ISG-Schmerzen in München-Sendling

In meiner Praxis sehe ich viele Patientinnen und Patienten, die nach langer Unsicherheit endlich wissen wollen, woher ihre tiefen Kreuzschmerzen wirklich kommen. Gerade Schwangere und junge Mütter schätzen die schonende Drop-Technik, die auch in dieser sensiblen Phase geeignet ist. Aus Sendling, Laim, Schwanthalerhöhe, Obersendling, Thalkirchen und dem gesamten Münchner Süden finden Patientinnen und Patienten in meine Praxis. Sie liegt am Heimeranplatz in Sendling-Westpark, direkt an der U-Bahn (U4/U5). Eine Tiefgarage im Haus erleichtert die Anfahrt.

 
 
Kurzfristige Termine in München Sendling-Westpark
Dr. med. Jonas Putzhammer
Dr. med. Jonas Putzhammer

Schulmedizin mit Blick aufs Ganze, angewandt in Form von Manueller Medizin

  • seit über 10 Jahren tätig als Spezialist für Wirbelsäulentherapie
  • Mitglied der DGMSM (Deutsche Gesellschaft für Muskuloskelettale Medizin)
  • Mitglied der ZAEN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.)
  • Mitglied der DÄGfA (Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V.)
 
 
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Dr. med. Jonas Putzhammer

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