Behandlung eines Gleitwirbels in München

Was bedeutet Wirbelgleiten?

Wirbelgleiten (Spondylolisthesis, Gleitwirbel): Verschiebung eines Wirbels nach vorne (oder sehr selten hinten) durch eine verschleißbedingte Spaltbildung im Wirbelbogen. Das Wirbelgleiten tritt am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, da die Belastung hier am höchsten ist. Die Erkrankung führt nur selten zu Symptomen, dann z.B. zu Schmerzen, die bis in den Oberschenkel ausstrahlen.

Unterschieden wird zwischen einer echten Spondylolisthesis, die vor allem im Jugendalter zwischen 12 und 17 Jahren auftritt, sowie einer unechten (Pseudo-) Spondylolisthesis im Alter ab ca. 50-60 Jahren.

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • Welche Symptome das Wirbelgleiten verursacht
  • Wodurch die Erkrankung zustande kommt
  • Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
  • Wie das Wirbelgleiten diagnostiziert wird
  • Wie die Erkrankung allgemein behandelt wird
  • Welche Therapiemöglichkeiten ich Ihnen empfehle
  • Wie Sie dem Wirbelgleiten vorbeugen können

Welche Symptome verursacht das Wirbelgleiten?

In 90% der Fälle verursacht das Wirbelgleiten keine Symptome, da der Körper die Instabilität der Wirbelsäule durch vermehrte Muskelspannung ausgleicht. Wenn Beschwerden auftreten, sind dies meist uncharakteristische Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die bei der Streckung des Rückens nach hinten, z.B. in Bauchlage, zunehmen.

In seltenen Fällen, wenn der Wirbelkörper sehr weit nach vorne rutscht, wird das Rückenmark stark eingeengt und die dort austretenden Nerven komprimiert.

Die Nervenreizung wiederum führt zu starken Schmerzen, die in das Gesäß und die Oberschenkel ausstrahlen, sowie zu Sensibilitätsstörungen und Muskelschwäche in den Beinen.

Ältere Patienten, die an einer Pseudospondylolisthesis leiden, berichten über dumpfe oder ziehende Rückenschmerzen und ein Gefühl der Instabilität im Bereich der Lendenwirbelsäule. Außerdem kommt es häufig zu einer Schmerzzunahme bei Belastungen, wie z.B. Spaziergängen, die sich durch kurzes Hinsetzen rasch bessern. Manchmal treten dabei auch Kribbeln bzw. Gefühlsstörungen oder Muskelschwächen in Gesäß und Beinen auf.

Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen:

  • Wirbelgelenksarthros
  • Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule, z.B. Spondylodiszitis (Entzündung der Bandscheibe und der angrenzenden Wirbelkörper)
  • Bandscheibenvorfälle

Wodurch kommt das Wirbelgleiten zustande?

Echte Spondylolisthese
Die Wirbelkörper unserer Wirbelsäule besitzen nach oben und unten je zwei knöcherne Gelenkfortsätze. Diese verbinden zwei benachbarte Wirbel und tragen somit zur Stabilität der Wirbelsäule bei. Vor allem in der Lendenwirbelsäule verhindern diese Gelenkflächen das Verrutschen der Wirbel nach vorne oder hinten.

Ein echter Gleitwirbel entsteht durch eine Spaltbildung (sog. Spondylolyse) im Bereich dieser Knochenfortsätze. Der Wirbel wird also nicht mehr fixiert und rutscht nach vorne (nur sehr selten nach hinten). Davon betroffen sind ungefähr 6% der Bevölkerung. In den meisten Fällen (80%) tritt sie am fünften, also am untersten Lendenwirbel auf.

Risikofaktoren
Die echte Spondylolisthese entsteht durch eine Spaltbildung während der Knochenentwicklung im Kinder- und Jugendalter. In diesem Fall ist nach dem Abschluss des Wachstums eine Spondylolyse nachweisbar.

Ob sich ein Gleitwirbel bei Kindern ausbildet, hat zwar mit Veranlagung zu tun, hängt aber zu großen Teilen auch von äußeren Faktoren ab. Besonders gefährlich sind Bewegungen, bei denen der Rücken nach hinten gestreckt wird, z.B. bei Sportarten wie Turnen, Judo, Speerwerfen, Gewichtheben oder Delphinschwimmen.

Pseudospondylolisthese
Der unechte Gleitwirbel entsteht in fortgeschrittenem Alter, meist ab dem 50. bis 60. Lebensjahr. Hier ist Verschleiß die Ursache, vor allem die Schädigung der Bandscheiben und Wirbelgelenke. Auch dadurch gleitet der Wirbel leicht nach vorne und führt zu Beschwerden.

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • Innerhalb einiger Wochen bei anhaltenden Rückenschmerzen
  • Innerhalb einiger Tage bei Gefühlsstörungen, z.B. Kribbeln in den Beinen
  • Innerhalb eines Tages bei Muskelschwäche in den Beinen
  • Sofort bei Kontrollverlust von Wasserlassen und Stuhlgang (sehr selten)

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Da die Spondylolisthese über einen langen Zeitraum keine Symptome verursacht, ist sie häufig eine Zufallsdiagnose bei Röntgenuntersuchungen. In speziellen Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule kann der Arzt das Ausmaß der Wirbelverschiebung bestimmen.

Hochgradiges Wirbelgleiten ist für das geschulte Auge leicht am sogenannten „Sprungschanzenphänomen“ zu erkennen. Dabei ist der Rücken oberhalb des betroffenen Wirbels nach vorne verschoben, so dass die Silhouette einer Skischanze ähnelt. Hinzu kommt ein verstärktes Hohlkreuz im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Beim Abtasten der Wirbelsäule fällt der verrutschte Wirbel durch eine deutliche Stufenbildung auf.

Typisch ist auch die „Hüft-Lenden-Strecksteife“, die der Arzt durch eine einfache Übung testet. Dabei liegt der Patient auf dem Rücken, während ein Bein passiv angehoben wird. Der Test ist positiv, wenn sich beim Anheben des Beines reflektorisch der ganze Rumpf mit nach oben bewegt. Ursache dafür ist die schmerzbedingte Verkrampfung der Lenden- und Hüftstreckmuskulatur.

Wie wird Wirbelgleiten allgemein behandelt?

Konservative Therapie
Ziel der Therapie ist es, das Fortschreiten der Erkrankung, also das weitere Verrutschen der Wirbel, zu verhindern. Damit sollen bestehende Symptome wie Schmerzen gelindert bzw. dem Auftreten von Symptomen entgegengewirkt werden. Zudem lassen sich durch eine geeignete Therapie Spätfolgen vermeiden, wie z.B. die Spinalkanalstenose.

  • Krankengymnastische Übungen: Die Rumpfmuskulatur wird gezielt gestärkt, sodass der Gleitwirbel muskulär an seinem Platz gehalten wird.
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht: Ein gesundes Gewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert das weitere Verrutschen der Wirbel.
  • Schmerztherapie: Schmerzen werden zunächst medikamentös behandelt, z.B. mit Paracetamol oder bei Bedarf auch mit starken Schmerzmitteln, wie z.B. Morphium.
  • Periradikuläre Therapie: Reichen orale Medikamente nicht aus, werden Kortison (wirkt entzündungshemmend) und ein lokales Betäubungsmittel (lindert den Schmerz) in den Bereich der betroffenen Nerven gespritzt.
  • Wärme und Massagen: Verschiedene Anwendungen lösen reaktive Muskelverspannungen, lindern Schmerzen und ermöglichen den gezielten Aufbau der Rückenmuskulatur.
  • Korsett: Bei starker Symptomatik wird die Wirbelsäule durch das vorübergehende Tragen eines Korsetts entlastet und stabilisiert.


Operative Therapie
Operative Behandlungen der Gleitwirbel sind die Verschraubung der Spaltbildung (vor allem bei Kindern), die Versteifung benachbarter Wirbel durch z.B. Metallimplantate oder die Abtragung von Knochenteilen, die zu Nervenkompression führen. Gründe für ein operatives Vorgehen sind unter anderem

  • Hochgradige Gleitwirbel (Grad 3-4)
  • Zunehmende Missempfindungen (z.B. Hautkribbeln) oder Muskelausfälle
  • Langanhaltende Schmerzen, die sich durch konservative Therapiemöglichkeiten nicht bessern
  • Unreife Knochen bei kleinen Kindern, da hier das Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung hoch ist

Mein Angebot zur Behandlung eines Wirbelgleitens:

Die Behandlung richtet sich immer nach dem Ausmaß der Spondylolisthese. In vielen Fällen kann eine Therapie mit dem Ziel einer Verbesserung der Funktion der Muskulatur und der angrenzenden Segmente bzw. Gelenke zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen führen. Hierzu wende ich Manuelle Techniken und Neuraltherapie ein. Akupunktur und Infusionen mit Elektrolyten und Nährstoffen kommen häufig unterstützend zum Einsatz. Eine umfassende Anleitung zu Ernährung und Verhalten im Alltag ist wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung.

Was können Sie selbst tun?

  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht: Die Wirbelkörper werden entlastet und der Druck auf die Wirbel reduziert.
  • Belastungen der Wirbelsäule vermeiden: Vor allem Sportarten, wie z.B. Turnen oder Gewichtheben begünstigen das weitere Abrutschen der Wirbel und sollten daher gemieden werden.
  • Wählen Sie stattdessen Sportarten wie Rückenschwimmen, Wassergymnastik oder Radfahren, um die stabilisierende Muskulatur der Wirbelsäule zu trainieren.
  • Krankengymnastik: Viele Übungen zum Muskelaufbau können Sie problemlos auch zu Hause durchführen.
  • Wärme (z.B. warme Bäder), Yoga oder progressive Muskelrelaxation lösen Muskelverspannungen, die häufig zur Schmerzentstehung beitragen.
 
 

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