Behandlung ohne OP bei einem Bandscheibenvorfall in München

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps oder auch Diskusprolaps): Austritt des weichen Kerns einer Bandscheibe aus dem ihn umschließenden Faserring. Werden durch das ausgetretene Gewebe Nerven komprimiert, kommt es zu Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und manchmal zu Muskellähmungen. Die Vorstufe des Bandscheibenvorfalls ist eine durch Risse bedingte Vorwölbung des Faserrings – die Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenprotrusion.

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • Welche Arten von Bandscheibenvorfällen es gibt
  • Welche Symptome dadurch verursacht werden
  • Was einen Bandscheibenvorfall auslöst
  • Wann Sie zum Arzt sollten
  • Wie die Diagnose gestellt wird
  • Wie die Erkrankung allgemein behandelt werden kann
  • Welche Therapiemöglichkeiten ich Ihnen empfehle
  • Wie Sie selbst einem Bandscheibenvorfall vorbeugen können

Welche Arten von Bandscheibenvorfällen gibt es?

Bandscheibenvorfälle werden nach ihrer Lokalisation eingeteilt:

  • Ca. 60% der Fälle betreffen die Lendenwirbelsäule (LWS), da diese das gesamte Gewicht des Rumpfes trägt und somit der höchsten Belastung ausgesetzt ist
  • Ca. 35% betreffen die Halswirbelsäule (HWS)
  • Nur ca. 2% der Fälle betreffen die Brustwirbelsäule (BWS)

Wie sind die Symptome eines Bandscheibenvorfalls?

Je nach Lokalisation führt der Bandscheibenvorfall zu ganz verschiedenen Beschwerden:

1. Schmerzen

  • Moderate bis starke Ruheschmerzen
  • Sehr starke einschießende und stechende Schmerzen bei Bewegungen, z.B. bei seitlicher Neigung der Wirbelsäule
  • Schmerzausstrahlung in die Arme bei Bandscheibenvorfällen der Halswirbelsäule
  • Schmerzen entlang der Rippenverläufe, wenn die Bandscheiben der Brustwirbelsäule betroffen sind
  • Schmerzen im unteren Rücken mit Ausstrahlung in die Beine bei Bandscheibenvorfällen der Lendenwirbelsäule
  • Schmerzbedingte Schonhaltung im Liegen, z.B. mit um 90° gebeugten Hüften und Knien

2. Sensibilitätsstörungen

  • Kribbeln in den Händen und Füßen („Ameisenkrabbeln“), Taubheitsgefühl, Gefühllosigkeit

3. Kraftminderung

  • Schwäche oder Kraftlosigkeit von Muskeln

Bei sehr ausgeprägten Bandscheibenvorfällen im Bereich der Lendenwirbelsäule wird das Rückenmark stark komprimiert. Dies führt zu Gefühlsstörungen an der Innenseite der Oberschenkel und in der Region um den After (sogenannte Reithosenanästhesie), sowie zu Urin- und Stuhlinkontinenz.

Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen

  • Unspezifischer Kreuzschmerz
  • Degenerative Veränderungen, Wirbelgelenkarthrose
  • Frakturen von Wirbelkörpern, z.B. bei Osteoporose
  • Verletzungen von peripheren Nerven, z.B. bei Knochenbrüchen des Unterschenkels
  • Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule, z.B. Spondylodiszitis (Entzündung der Bandscheibe und der angrenzenden Wirbelkörpern)

Was löst einen Bandscheibenvorfall aus?

Anatomie
Die Bandscheiben befinden sich zwischen unseren Wirbelkörpern. Sie sind vergleichbar mit einem Gelkissen und dienen als Stoßdämpfer, um Erschütterungen der Wirbelsäule abzufedern. Der positive Effekt ist, dass sich die Abnutzung der Wirbelkörper so verringert.

Aufgebaut sind die Bandscheiben aus zwei Teilen: einem festen äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem weichen, gelartigen inneren Kern (Nucleus pulposus). Diese Struktur gewährleistet, dass sich die Bandscheiben je nach Biegung der Wirbelsäule an die Bewegungen der Wirbelkörper anpassen und den Druck, der auf ihnen lastet, gleichmäßig verteilen.

Bandscheibendegeneration
Schon ab dem 20. Lebensjahr bilden sich die Gefäße, die nähstoffreiches Blut zu den Bandscheiben leiten, zurück. Durch die schlechtere Versorgung ändert der Faserring seine Struktur. Er wird anfälliger für Verletzungen und es entstehen kleine Einrisse. Der weiche Kern dringt nun durch Druckbelastung in diese Risse ein und wölbt die Bandscheibe vor – dies nennt man Bandscheibenprotrusion. Bei weiterer Belastung tritt der Kern aus dem Faserring heraus und es kommt zum Bandscheibenvorfall.

Bandscheibenvorfälle treten am häufigsten im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, da hier die Bandscheibe besonders anfällig für Verletzungen ist und gleichzeitig die Belastung im Alltag, z.B. durch den Beruf, hoch ist. Ab dem 50. Lebensjahr sind Bandscheibenvorfälle wieder seltener. Dann beginnt nämlich der weiche Kern zu schrumpfen und sein Druck nach außen nimmt ab.

Nervenkompression
Jeweils zwischen zwei Wirbeln treten nach rechts und links Nerven aus dem Rückenmark aus. Diese ziehen zu Armen und Beinen, steuern dort Muskeln und empfangen Tast- und Schmerzsignale aus abgegrenzten Hautbereichen (den sogenannten Dermatomen). Kommt es zu einem Bandscheibenvorfall, werden die Rückenmarksnerven komprimiert. In Folge ist die Signalweiterleitung gestört, die Muskeln werden schwach und es kommt zu Missempfindungen (Kribbeln, Taubheit) der Haut.

Erschwerend kommt hinzu, dass gleichzeitig eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird, so dass die Nerven anschwellen und die Kompression weiter zunimmt.

Jedoch verursacht nicht jeder Bandscheibenschaden Beschwerden – viele Bandscheibenvorfälle (vor allem kleinere) bleiben symptomlos und werden zufällig im Rahmen einer Kernspin oder CT-Untersuchung entdeckt.

Risikofaktoren

Auch wenn der Prozess der Bandscheibenabnutzung im Alter nicht aufzuhalten ist, gibt es einige Risikofaktoren, die durch eine verstärkte Belastung der Wirbelsäule einen Bandscheibenvorfall begünstigen:

  • Bewegungsmangel
  • Starkes Übergewicht
  • Segenerative Veränderungen der Wirbelsäule, z.B. Wirbelgelenkarthrose
  • Verletzungen, z.B. bei Autounfällen (führen eher zu Vorfällen im Bereich der Halswirbelsäule, da hier die Beweglichkeit am größten ist)
  • Übermäßiger Sport mit Erschütterungen der Wirbelsäule, z.B. Kontaktsportarten oder Leistungsturnen
  • Schwere körperliche Arbeit und Heben schwerer Gegenstände
  • Fehlstellungen der Wirbelsäule, z.B. Skoliose oder Hohlkreuz

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

  • Nach 1-2 Wochen bei lokalen Schmerzen ohne Ausstrahlung
  • Innerhalb weniger Tage bei Schmerzausstrahlung sowie leichter Taubheit in den Armen oder Beinen
  • Sofort bei starker Taubheit in den Armen / Beinen oder Muskellähmungen
  • Sofort bei hinzukommenden Blasenentleerungs- oder Stuhlgangsproblemen
  • Sofort bei nachlassenden Schmerzen mit zunehmenden Muskellähmungen (Zeichen für schwere Nervenschäden)

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Zunächst werden im Patientengespräch die Symptome erfragt, also Schmerzen, Hautkribbeln, Taubheitsgefühl und Muskelschwächen. In der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt Kraft und Reflexe verschiedener Muskeln und ertastet, wo genau sich die Schmerzen sowie die Missempfindungen der Haut befinden. Mit diesen Befunden lässt sich bereits die Lokalisation des Bandscheibenvorfalls eingrenzen.

Meist wird daraufhin eine Kernspin-Untersuchung durchgeführt, in der Bandscheibendegenerationen, -vorwölbungen und -vorfälle genau beurteilt werden.

Wie werden Bandscheibenvorfälle allgemein behandelt?

Konservative Therapie. Drohen keine gefährlichen Nervenschäden, ist eine konservative Therapie die erste Wahl. Hierbei werden verschiedene Behandlungen kombiniert:

  • Medikamentöse Schmerztherapie: Erster Schritt ist eine effektive Behandlung der Schmerzen, wenn nötig auch mit starken Schmerzmitteln wie z.B. Morphium. Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen wirken der entzündlichen Schwellung entgegen. Nebenbei werden dadurch auch schmerzbedingte Muskelverspannungen gelöst.
  • Periradikuläre Therapie: Eine weitere Möglichkeit der Schmerzreduktion ist das Spritzen von Kortison (wirkt entzündungshemmend) und einem lokalen Betäubungsmittel direkt an den betroffenen Nerv.
  • Physiotherapie und Bewegung: Sind die Schmerzen unter Kontrolle, sollten unbedingt die täglichen Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Bewegung trägt maßgeblich zur Schmerzreduktion bei. Zusätzlich werden durch Wärme und Massagen Verspannungen gelöst und mittels Krankengymnastik die stabilisierende Rückenmuskulatur gestärkt.
  • Operative Therapie: Treten Blasenentleerungs- oder Stuhlgangsprobleme auf, oder nehmen die Muskellähmungen immer weiter zu, muss in einer Operation das störende Bandscheibengewebe entfernt werden, um die Nerven vor dem Absterben zu retten. Um dies zu erreichen, existieren verschiedene Verfahren:
  • Mikrochirurgische Operation: Über einen kleinen Hautschnitt wird mittels Operationsmikroskop das störende Bandscheibengewebe entfernt.
  • Perkutane („durch die Haut“) Operation: Durch eine dünne Sonde werden kleine Instrumente in den Bereich des Bandscheibenvorfalls vorgeschoben, mit denen der ausgetretene Kern entfernt wird.
  • Offene Operation: Eine offene Operation wird meist nur im Notfall, z.B. bei zusätzlichen Wirbelbrüchen durchgeführt. Da die Wirbelsäule hier freigelegt wird, ist gleichzeitig auch die Stabilisierung der Wirbelsäule durch Verschraubung möglich.

Ergebnis
In großen Untersuchungen konnten auf lange Sicht keine Unterschiede zwischen konservativer und operativer Therapie festgestellt werden. Eine Operation führt zwar zu einer schnellen Beschwerdelinderung, bringt jedoch auf Dauer keine Vorteile mit sich. Außerdem drohen bei Operationen verschiedene Komplikationen, z.B. kann die Narbenbildung zu einer erneuten Nervenkompression führen (Postnukleotomie-Syndrom).

Welche Therapieoptionen empfehle ich Ihnen?

Ich bin davon überzeugt, dass operative Therapien der Wirbelsäule durch intensive, konservative Maßnahmen fast immer zu vermeiden sind. Dazu ist eine sorgfältige Befunderhebung, mit konsequenter manueller Therapie sowie das Erlernen und Ausführen von regelmäßigen Eigenübungen notwendig.

Wie können Sie einem Bandscheibenvorfall vorbeugen?

  • Gewicht normalisieren: Da Übergewicht die Wirbelsäule und Bandscheiben stark belastet, sollten Sie Sie Ihr Gewicht langsam über 3 bis 6 Monate reduzieren.
  • Körperliche Aktivität: Der Aufbau der stabilisierenden Rückenmuskulatur entlastet die Wirbelsäule. Sportarten mit sanften Bewegungen und wenig Stoßbelastungen sind dabei am besten. Dazu gehört z.B. das Rückenschwimmen, Nordic Walking und Skilanglauf. Auch im Fitnessstudio können die Rückenmuskeln gezielt trainiert werden.
  • Ballsportarten wie Volley-, Hand- und Fußball und genauso Tennis, Squash und Badminton sind tabu: Bei allen diesen Sportarten belasten abrupte Stopp- und Drehbewegungen die Wirbelsäule.
  • Rückenschonendes Verhalten: Sorgen Sie für bessere Ergonomie am Arbeitsplatz mit einem geeigneten Bürostuhl und der korrekten Haltung am Schreibtisch (Nacken gerade strecken, Bildschirmoberkante auf Augenhöhe, Schultern nach hinten rollen, Oberschenkel waagerecht oder leicht abfallend stellen und Füße nebeneinander flach auf den Boden stellen).
  • Ergonomisches Heben: Schwere Lasten im Alltag oder beim Muskeltraining sollten aus der Hocke mit geradem Rücken angehoben und nah am Körper gehalten werden. Eltern sollten ihre Kinder ab einem gewissen Alter und Gewicht nicht mehr über längere Zeit tragen. Vor allem das Absetzen auf einer Hüfte schadet durch die einseitige Belastung den Bandscheiben.
  • Richtig liegen: Damit sich die Bandscheiben in der Nacht regenerieren können ist eine korrekte Schlafposition, z.B. mit Nacken- oder Seitenschläferkissen auf einer geeigneten Matratze wichtig.
  • Viel Trinken fördert die Flüssigkeitsaufnahme der Bandscheiben während Erholungsphasen. Vor allem nachts, wenn die Wirbelsäule entlastet ist, saugen die Bandscheiben wie ein Schwamm nährstoffreiche Flüssigkeit auf und regenerieren so.

 
 

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