Behandlung einer Kalkschulter in München

Was ist eine Kalkschulter?

Kalkschulter (Periarthropathia humeroscapularis calcarea, Tendinosis calcarea, Tendinitis calcarea): Kalkeinlagerung in Muskel- oder Sehnengewebe der Schulter, meist in den Musculus supraspinatus. Je nach Umfang der Verkalkung kommt es zu mehr oder weniger starken Schmerzen sowie zu Bewegungseinschränkungen und Kraftminderung, vor allem beim Anheben des Armes.

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • Welche Symptome bei der Erkrankung auftreten
  • Was die Kalkschulter auslöst
  • Wann Sie den Arzt aufsuchen sollten
  • Wie der Arzt die Diagnose sichert
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen
  • Welche Therapien der Kalkschulter ich empfehle
  • Was Sie selbst tun können um einer Kalkschulter vorzubeugen

Welche Symptome verursacht eine Kalkschulter?

Patienten mit Kalkschulter klagen typischerweise über:

  • Plötzliche Schmerzen in der Schulter ohne vorherigen Sturz oder Unfall
  • Schmerzen bei Belastung der Schulter, z.B. bei Überkopfarbeiten oder Überkopfsportarten, teilweise mit Ausstrahlung in den Arm
  • Nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter
  • Bewegungseinschränkung und Kraftminderung, besonders beim Anheben des Armes
  • Bei Entzündung des Muskels bzw. der Sehne (Tendinitis calcarea): Rötung, Schwellung, Überwärmung, zunehmende Schmerzen und Bewegungseinschränkung

Vor allem in der Anfangsphase ist die Erkrankung häufig symptomlos.

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Wodurch wird das Krankheitsbild der Kalkschulter ausgelöst?

Anatomie
Das Schultergelenk wird von vier Muskeln und Sehnen umschlossen, die gemeinsam als Rotatorenmanschette bezeichnet werden. Durch das Zusammenspiel dieser Muskeln lässt sich der Arm in alle Richtungen bewegen, heben und senken. Bei einer Kalkschulter lagern sich Kalkdepots in den Muskeln der Rotatorenmanschette ab und führen zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Meist ist davon der Musculus supraspinatus betroffen, der zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach liegt. Häufig ist auch der Schleimbeutel der Schulter, die Bursa subacromialis, mitbeteiligt und entzündet.

Die drei Stadien der Verkalkung

Auch wenn die genauen Ursachen für die Entstehung einer Kalkschulter noch nicht genau geklärt sind, läuft die Erkrankung typischerweise in 3 Stadien (benannt nach Uthoff) ab:

1. Präkalzifizierende Phase (präkalzifizierend = vor der Kalkbildung): In der ersten Phase kommt es zu einer Umwandlung von Muskel- bzw. Sehnenzellen zu Knorpelzellen. Die Ursache, warum es zu dieser Zellumwandlung kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird eine verminderte Durchblutung und ein Sauerstoffmangel in den Muskelzellen, eventuell aufgrund einer Überlastung z.B. durch übermäßige Überkopfarbeiten und Überkopfsportarten.

2. Kalzifizierende Phase: Aus den Knorpelzellen bilden sich nun kleine Kalkdepots (Formationsphase). Diese lagern sich im Laufe der Zeit – das kann einige Jahre lang dauern (Ruhephase) – zu größeren Verkalkungen zusammen. Dann werden die Kalkherde von unserem Körper abgebaut (Resorptionsphase). Dabei treten meist starke Schmerzen auf und es besteht die Gefahr, dass sich Muskeln und der Schleimbeutel entzünden. Folgend schwellen diese an und manchmal kommt es sogar zur Muskeleinklemmung (siehe Impingement-Syndrom).

3. Postkalzifizierende Phase (postkalzifizierend = nach der Kalkbildung): Die Verkalkungen werden weiter abgebaut, die Entzündung klingt ab und Schäden an Muskeln und Sehnen werden repariert. Bei ungefähr 70% der Patienten heilt die Erkrankung komplett aus.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

  • In den nächsten Wochen bei schon länger bestehenden, mäßig starken Schulterschmerzen
  • In den nächsten Tagen bei plötzlich auftretenden oder rasch zunehmenden Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter
  • Innerhalb eines Tages bei plötzlich auftretenden Schulterschmerzen nach starken Belastungen, z.B. Heben schwerer Lasten, Stürzen oder Unfällen

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

In einem Gespräch erfragt der Arzt die genaue Lokalisation, Häufigkeit, Art und Dauer der Schulterbeschwerden. Es folgt eine körperliche Untersuchung mit verschiedenen Funktionstests, um den Ursprung der Schmerzen zu finden und die Beweglichkeit der Schulter zu prüfen.

Besteht der Verdacht auf eine Kalkschulter, werden die Kalkdepots durch Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen nachgewiesen.

Wie wird die Kalkschulter allgemein behandelt?

Nicht jede Kalkschulter muss behandelt werden, da in vielen Fällen der Körper selbst die Therapie übernimmt und die Verkalkungen abbaut. Verschiedene Möglichkeiten können diesen Prozess unterstützen:

  • Medikamentöse Schmerztherapie: Um die Schmerzen effektiv zu behandeln, werden zunächst orale Schmerzmittel, wie z.B. Ibuprofen verordnet. Diese wirken außerdem der entzündlichen Schwellung entgegen.
  • Injektionen: Eine weitere Möglichkeit ist das Spritzen eines lokalen Betäubungsmittels (wirkt schmerzlindernd) zusammen mit Kortison (wirkt entzündungshemmend) in den Bereich des Schulterdaches.
  • Physiotherapie: Verschiedene Übungen dehnen die Muskulatur der Schulter. Dies trägt einerseits zum Abtransport der Verkalkungen bei und hält die Schulter außerdem beweglich. Die meisten Übungen können einfach und regelmäßig in den Alltag eingebaut werden.
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Druckwellen, die von einem Gerät von außen in die Schulter gesandt werden, helfen beim Auflösen und Abtransport der Kalkdepots.
  • Needling: Eine dünne Kanüle wird unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle zu den Kalkherden vorgeschoben. Durch Spülung werden die Verkalkungen aufgelöst und entfernt.
  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung): Über kleine Hautschnitte werden eine Kamera und Arbeitsinstrumente in das Schultergelenk eingeführt. Größere Kalkdepots werden darüber aufgesucht und entnommen. Gegebenenfalls wird auch der entzündete Schleimbeutel entfernt.

Welche Behandlungen empfehle ich Ihnen?

Ich bin davon überzeugt, dass eingreifende operative Therapien am Schultergelenk wie oben geschildert durch sorgfältige konservative Maßnahmen fast immer zu vermeiden sind. Dazu ist eine sorgfältige Befunderhebung, mit konsequenter manueller Therapie sowie das Erlernen und ausführen von regelmäßigen Eigenübungen notwendig. Dies umfasst therapeutische Maßnahmen wie:

  • Die Erweiterung des Raumes unter dem Acromion ist möglich über passive Kaudalisierung des Oberarmkopfes (nach unten mobilisieren)
  • Kräftigung und Beübung, unter Anderem des großen Rückenmuskels und der Aussenrotatoren des schmerzhaften Schultergelenks
  • Die Aufdehnung der Kapselbandstruktur durch regelmäßige Dehnübungen zu Hause 
  • Die Anwendung therapeutischer Lokalanästhesie, oder die lokale Injektion von entzündungshemmenden Wirkstoffen.
  • Eine zusätzliche Reduktion der Schmerzen durch eine Funktionsverbesserung des Schulterblattes und der angrenzenden Rippen sowie Wirbelsäule 
  • Physikalische Therapie: Beim Impingement-Syndrom besonders bewährt haben sich Muskeltaping oder Elektrostimulation

Wie können Sie selbst der Verkalkung vorbeugen oder bestehende Schmerzen lindern?

Durch verschiedene Übungen und Verhaltensweisen beugen Sie einer Kalkeinlagerung in Sehnen vor, oder können den körpereigenen Heilungsprozess unterstützen:

  • Bewegungsübungen: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten Übungen zeigen, mit denen Sie die Schultermuskulatur gezielt dehnen. Dadurch bleibt die Schulter langfristig beweglich und einer Verkürzung der Muskeln durch die ständige Schonhaltung wird vorgebeugt.
  • Schulterschonendes Verhalten: Verzichten Sie auf Bewegungen, bei denen das Schultergelenk stark belastet wird. Dazu gehören Überkopfarbeiten, z.B. das Streichen einer Decke oder Überkopfsportarten, wie Volleyball und Handball. Diese Überkopfbewegungen spielen möglicherweise eine Rolle bei der Muskelverkalkung. Sportarten wie Schwimmen hingegen entlasten die Schulter und halten sie durch sanfte Bewegungen geschmeidig.
  • Training: Damit nicht einzelne Muskeln überlastet werden, sollte die Schultermuskulatur ausgewogen aufgebaut werden. Zusätzlich regt Muskelaktivität die Durchblutung und die Kalk-Abbauprozesse an.
  • Kalte Umschläge: Um die Schmerzen einer Kalkschulter zu lindern, ist oftmals Kälte hilfreich. Gut geeignet sind dafür in ein Tuch eingewickelte Kühlpackungen oder Eisbeutel.
 
 

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