Behandlung von ISG-Schmerzen in München

Schmerzen am Iliosakralgelenk

Schmerzen am Iliosakralgelenk (ISG): Akute oder chronische Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die bis in die Beine ausstrahlen können. Das Iliosakralgelenk stellt die Verbindung zwischen dem Kreuzbein und dem Beckenknochen her. Schmerzen im ISG werden meist verursacht durch Fehlstellungen, Blockierungen, rheumatischen Erkrankungen oder Verschleiß.

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • welche Arten von Schmerzen es am ISG gibt
  • was die Schmerzen auslöst
  • wann Sie zum Arzt gehen sollten
  • wie der Arzt die Diagnose stellt
  • wie Schmerzen am Iliosakralgelenk allgemein behandelt werden
  • welche Behandlungsmöglichkeiten ich Ihnen empfehle
  • und was Sie selbst gegen Schmerzen am Iliosakralgelenk tun können.

Welche Arten von Schmerzen am Iliosakralgelenk gibt es?

Akute Schmerzen am Iliosakralgelenk halten bis zu 6 Wochen an. Sie treten meist plötzlich nach Überlastungen oder akuten Blockierungen bzw. Fehlstellungen auf, z.B. bei einseitigem Verheben, unglücklichen Bewegungen, oder nach Verletzungen und Stürzen.

Chronische Schmerzen am Iliosakralgelenk bestehen seit mindestens 12 Wochen. Dahinter stecken meist langes Sitzen, Arthrosen oder Entzündungen im Bereich des Gelenks.

Was löst die Schmerzen am Iliosakralgelenk aus?

Anatomie
Die beiden Iliosakralgelenke (ISG) sind die Verbindung zwischen dem unteren Teil der Wirbelsäule, genauer gesagt dem Kreuzbein (Os sacrum), und den beiden Beckenschaufeln (Darmbeine, Os ilium). Sie übertragen das Gewicht des Rumpfes über die Wirbelsäule auf das Becken und die Beine. Die ISG werden durch viele starke Bänder sehr straff gehalten und sind kaum beweglich. Dadurch wird sichergestellt, dass das Kreuzbein trotz der Belastung durch die Wirbelsäule nicht abkippt oder verrutscht.

Schmerzen
Den Beschwerden im Iliosakralgelenk liegen verschiedene Ursachen zugrunde:

  • ISG-Syndrom: Manchmal verrutscht das Kreuzbein leicht aus seiner Position und verursacht eine schmerzhafte ISG-Blockade. Ausgelöst wird sie z.B. durch Fehlhaltungen im Büro oder das Heben schwerer Lasten. Vor allem das „falsche“ Heben aus dem Rücken anstatt aus den Beinen erhöht das Risiko für eine Blockade. Typisch für das ISG-Syndrom sind Schmerzen beim Stehen, Aufrichten des Körpers oder Heben.
  • Fehlhaltungen, z.B. bei langem Sitzen auf dem nur wenig beweglichen Bürostuhl, lösen Muskelverspannungen der unteren Rückenstrecker oder auch der Gesäßmuskulatur aus, die wiederum zu Schmerzen am ISG führen.
  • Arthrose im ISG: Wie auch bei anderen Gelenken sind die Knochenflächen im ISG mit Knorpel überzogen. Durch langjährige Belastung oder auch Überlastung, z.B. bei Übergewicht, wird diese Knorpelschicht abgenutzt. Reiben die „nackten“ Knochenflächen aneinander, kommt es zu Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. Meist treten die Schmerzen zunächst nur unter Belastung auf, beim Fortschreiten der Erkrankung dann aber auch in Ruhe.
  • Der Morbus Bechterew ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die häufig im Bereich des Iliosakralgelenks beginnt. Typischerweise bestehen dann dumpfe Schmerzen in der Nacht und eine morgendliche Steifigkeit der unteren Wirbelsäule, die sich durch Bewegung im Tagesverlauf bessert.
  • Knochenbrüche in den Beckenknochen, z.B. eine Beckenringfraktur bei Verkehrsunfällen, oder Frakturen des Kreuzbeines, z.B. bei Stürzen, führen zu einer Instabilität des Iliosakralgelenks und dadurch zu Schmerzen, vor allem bei Bewegungen.
  • Komprimiert eine vorgewölbte Bandscheibe bei einem Bandscheibenvorfall am unteren Teil der Lendenwirbelsäule Nerven, kann dies auch zu Schmerzen im Bereich der ISG kommen.
  • Während einer Schwangerschaft werden Botenstoffe vom Körper ausgeschüttet, die dazu führen, dass sich das Bindegewebe lockert. Dies hilft, das Beckens aufzuweiten und durch den so erweiterten Geburtskanal die Geburt zu vereinfachen. Manchmal kommt es aber durch diese Lockerung zu einer Fehlbelastung des Iliosakralgelenks mit darauffolgenden Schmerzen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Noch am selben Tag bei

  • sehr starken, akuten Schmerzen im unteren Rücken, z.B. nach Stürzen
  • Rötung und Überwärmung im Bereich der Iliosakralgelenke, besonders nach Injektionen in dieser Region
  • in die Beine ausstrahlenden Schmerzen und Empfindungsstörungen.

In den nächsten Tagen bei

  • chronischen Schmerzen im Bereich der Iliosakralgelenke (>12 Wochen)
  • zunehmender Bewegungseinschränkung im unteren Rücken.

Wie stellt der Arzt eine Diagnose?

Zunächst erfragt der Arzt in einem ausführlichen Patientengespräch die genaue Art, Lokalisation, Dauer und Häufigkeit der Schmerzen, sowie potenzielle Auslöser. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung mit Inspektion und Abtasten des unteren Rückens. Außerdem wird der Arzt die Schmerzhaftigkeit in unterschiedlichen Körperstellungen überprüfen. In manchen Fällen führt der Arzt bildgebende Untersuchungen durch: Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen zeigen detailliert die Region des Iliosakralgelenks und mögliche Erkrankungen von ISG, Knochen, Bändern und Muskeln.

Wie werden Schmerzen am Iliosakralgelenk allgemein behandelt?

Die Behandlung des Iliosakralgelenks richtet sich nach der Ursache für die Beschwerden. Stehen Verspannungen oder Blockaden im Vordergrund, wird Ihr Arzt versuchen, diese zu lösen und gegen die Schmerzen vorzugehen.

  • Physiotherapie: Sind Gelenke blockiert, wird Ihr Arzt versuchen, diese durch gezielte manuelle Techniken zu dehnen und wieder in die richtige Position zurückzuverlagern.
  • medikamentöse Schmerztherapie: Gut geeignet sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, da sie schmerzstillend und zusätzlich entzündungshemmend wirken.
  • Injektionen: Reichen orale Schmerzmittel nicht aus, wird ein lokales Betäubungsmittel (wirkt schmerzlindernd) oder Kortison (wirkt entzündungshemmend) direkt dort gespritzt, wo die Schmerzen entstehen.

Welche Behandlung empfehle ich Ihnen bei Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks?

Auch bei Schmerzen im Bereich des ISG muss zuerst festgestellt werden, welche Ursache hinter den Beschwerden steckt. Funktionsstörungen, Blockierungen oder Verwringungen der Beckenschaufen gehören zu den häufigsten Ursachen. Chirotherapie und osteopathische Techniken sind der Einstieg in die Behandlung. Dazu kommt im Verlauf das Erlernen und Ausführen von regelmäßigen Eigenübungen.

Was können Sie selbst bei Schmerzen am Iliosakralgelenk tun?

Die spezielle Therapie von Schmerzen am ISG hängt von der jeweiligen Ursache ab. Jedoch helfen verschiedene Verhaltensweisen und Übungen gegen die Beschwerden oder können diesen sogar vorbeugen.

  • Normalgewicht halten: Übergewicht belastet unsere gesamte Wirbelsäule und beschleunigt damit auch die Abnutzung der Iliosakralgelenke. Streben Sie daher ein normales Gewicht an, um diese Überlastung zu verhindern.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist das A und O, um Schmerzen im ISG wieder loszuwerden. Stehen Sie regelmäßig auf und Laufen eine Minute umher, um steife Muskeln und Gelenke wieder zu lockern. Sind die Schmerzen zu stark und lassen keine Bewegung zu, fragen Sie Ihren Arzt nach geeigneten Schmerzmitteln.
  • Physiotherapie: Mittels verschiedener Übungen, die Sie auch regelmäßig in den Alltag einbauen können, wird die Muskulatur von Bauch und unterem Rücken gestärkt, um das Iliosakralgelenk zu stabilisieren und zu entlasten.
  • Training: Um Rückenschmerzen vorzubeugen, ist ein ausgeglichenes Training der Rückenstrecker (bei Schmerzen am ISG vor allem der unteren Rückenmuskeln) und auch der Bauchmuskulatur ratsam. Das Training nur einer Muskelgruppe führt zu einem Ungleichgewicht und damit wiederum zu Verspannungen und Schmerzen. In Rückenschulen oder Rückensportgruppen werden dazu geeignete Übungen demonstriert.
  • Wärme: Um Muskelverspannungen zu lösen und das Gelenk zu entspannen, ist Wärme hilfreich. Dazu geeignet sind zum Beispiel Wärmflaschen oder Kirschkernkissen. Achten Sie jedoch darauf, ein Tuch auf die Haut zu legen, um Verbrennungen zu vermeiden. Auch sanfte Bewegungen und Übungen im warmen Wasser unterstützen die Schmerzbekämpfung effektiv.
  • Orthesen: Bestimmte Rückenorthesen entlasten das Iliosakralgelenk, fördern die Durchblutung durch Massage, lockern Muskelverspannungen und lindern somit die Schmerzen.
  • Dehnung: Verschiedene Dehnübungen auf der Gymnastikmatte oder einer Faszien-Rolle lösen verspannte Muskeln und Faszien. Durch regelmäßige, kurze Übungen werden somit Schmerzen langfristig gelindert.
  • Bürostuhl: Viele Bürostühle sind zu unflexibel, verhindern Bewegungen im ISG und fördern damit Verspannungen. Aktive „Fitness-Hocker“ sind in alle Richtungen beweglich, führen Sie in eine korrekte Sitzposition (gerader Rücken, Füße nebeneinander flach auf dem Boden, 90° Winkel in Hüft- und Kniegelenk) und halten die Iliosakralgelenke durch sanfte Schwenkbewegungen geschmeidig sowie langfristig schmerzfrei.
 
 

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