Die Behandlung einer ISG-Blockierung

Was ist eine ISG-Blockierung?

ISG-Blockierung (ISG-Blockade, ISG-Syndrom oder auch SIG-Blockade): Verschiebung oder Verkantung der Gelenkflächen im Iliosakralgelenk (ISG), die meist einseitige Schmerzen oberhalb vom Gesäß verursachen. Auslöser der Blockade sind ruckartige Bewegungen oder das Heben schwerer Lasten, aber auch Fehlbelastungen und Muskelverspannungen.

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • Welche Symptome auftreten
  • Was die Blockierung auslöst
  • Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
  • Wie der Arzt die Diagnose sichert
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen
  • Welche Therapien der ISG-Blockierung ich empfehle
  • Wie Sie der Blockierung vorbeugen können

Was sind die Symptome einer ISG-Blockierung?

  • Charakteristische Schmerzen, die
    • Ihren Ursprung im unteren Rücken oberhalb vom Gesäß haben
    • Meistens einseitig sind
    • Bei manchen Patienten bis in Oberschenkel und Knie oder auch in die Leiste ausstrahlen
    • Verstärkt werden durch langes Sitzen
    • Besonders ausgeprägt sind beim Aufstehen, Vorbeugen des Oberkörpers oder dem Drehen des Beines nach Außen (wie beim Schneidersitz)
  • Bewegungseinschränkung: Die Beugung des Oberkörpers und das Anziehen der Beine sind erschwert

Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen:

  • Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps)
  • Hexenschuss (Lumbalgie)
  • Ischias-Schmerz (Ischialgie)
  • Blockierter Lendenwirbel
  • Arthrose im ISG oder im Hüftgelenk

Was löst die ISG-Blockierung aus?

Anatomie
Die beiden Iliosakralgelenke (ISG) sind die Verbindung zwischen dem unteren Teil der Wirbelsäule, genauer gesagt dem Kreuzbein (Os sacrum), und den beiden Beckenschaufeln (Darmbeine, Os ilium). Sie übertragen das Gewicht des Rumpfes über die Wirbelsäule auf das Becken und die Beine. Die ISG werden durch viele starke Bänder und durch die Muskulatur sehr straff gehalten und sind kaum beweglich. Dadurch wird sichergestellt, dass das Kreuzbein trotz der Belastung durch die Wirbelsäule nicht abkippt oder verrutscht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gelenken des Körpers lässt sich das ISG nicht aktiv bewegen.

Ursachen

  • Schwache Muskulatur: Eine schwach ausgeprägte Muskulatur an Rücken und Bauch erhöht das Risiko für eine ISG-Blockierung, weil das Gelenk die Defizite ausgleicht und dadurch überbelastet wird. Auch Sportler können von diesem Problem betroffen sein, wenn sie nicht darauf achten, alle Muskelgruppen zu trainieren. Ein typisches Beispiel sind Läufer, die die zusätzliche Stärkung der Rumpfmuskulatur vernachlässigen.
  • Fehlbelastung: Fehlbelastungen auf Grund von Fehlstellungen des Skeletts begünstigen Muskelverspannungen am Becken und der Lendenwirbelsäule und somit auch eine ISG-Blockierung. Beispielsweise belasten Beckenschiefstand und eine Beinlängendifferenz das ISG einseitig, so dass Muskelverspannungen auftreten. Häufiger steckt hinter der Fehlbelastung aber ein ungünstiger Lebensstil mit Bewegungsmangel und langem Sitzen. 
  • Falsche Bewegung: Schnelle „falsche“ Bewegungen können dazu führen, dass die Gelenkflächen in ihrer Position verrutschen. Da das ISG ein straffes Gelenk ist, wird das Gelenk dann in dieser falschen Position festgehalten oder verkantet. Ein typisches Beispiel für eine solche Fehlbewegung ist der Tritt ins Leere auf unebenem Gelände oder das Verfehlen einer Treppenstufe.
  • Heben schwerer Lasten: Das Tragen schwerer Lasten stellt immer eine Belastung für das ISG dar. Besonders strapazierend ist das falsche Heben aus dem Rücken anstatt aus den Beinen oder ein ruckartiges Anheben.
  • Schwangerschaft: Unter dem Einfluss von Hormonen werden die Beckenbänder flexibler, um den Geburtskanals zu erweitern. Dabei lockern sich auch die eigentlich straffen Bänder des ISG, wodurch eine Blockade durch Verschiebung der Gelenkflächen begünstigt wird.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Noch am selben Tag bei:

  • Sehr starken Schmerzen oder akut auftretenden Schmerzen, z. B. nach einem Unfall oder Sturz

In den nächsten Wochen bei:

  • Anhaltenden, leichten Schmerzen
  • Zunehmender Bewegungseinschränkung im unteren Rücken

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Zunächst erfragt der Arzt in einem ausführlichen Patientengespräch die genaue Art, Lokalisation, Dauer und Häufigkeit der Schmerzen, sowie potenzielle Auslöser. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung mit Inspektion und Abtasten des unteren Rückens, insbesondere des Gelenkspaltes des Iliosakralgelenks. Außerdem wird der Arzt die Schmerzhaftigkeit in unterschiedlichen Körperstellungen überprüfen, z. B. beim Vorbeugen des Oberkörpers. In manchen Fällen führt der Arzt bildgebende Untersuchungen durch: Röntgen- und MRT-Untersuchungen zeigen detailliert die Region des Iliosakralgelenks und mögliche Erkrankungen von ISG, Knochen, Bändern und Muskeln. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung lassen sich außerdem rheumatische Erkrankungen ausschließen.

Wie wird die ISG-Blockierung allgemein behandelt?

  • Manuelle Therapie: Ihr Arzt wird versuchen, Blockierungen durch gezielte manuelle Techniken zu lösen. Dazu zählen Manipulationen, bei denen kräftige, kurze Impulse das Gelenk wieder in seine richtige Position verlagern sollen. Bei der Mobilisation dehnt und bewegt der Arzt das Gelenk leicht, wodurch die Blockade gelöst wird.
  • Medikamentöse Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen wirken schmerzstillend und entzündungshemmend.
  • Injektionen: Reichen orale Schmerzmittel nicht aus, wird ein lokales Betäubungsmittel (wirkt schmerzlindernd) oder Kortison (wirkt entzündungshemmend) direkt in das Gelenk gespritzt.

Meine Empfehlungen zur Behandlung von ISG-Blockierung:

Eine ISG-Blockierung kann in vielen fällen gut mit Chiropraktik oder osteopathischen Techniken behoben werden. Zur Vermeidung von Rezediven kann das Erlernen und Ausführen von regelmäßigen Eigenübungen sehr gut beitragen.

Was können Sie selbst tun?

  • Physiotherapie: Mittels verschiedener Übungen, die Sie auch regelmäßig in den Alltag einbauen können, wird die Muskulatur von Bauch und unterem Rücken gestärkt, um das Iliosakralgelenk zu stabilisieren und zu entlasten.
  • Training: Um einer ISG-Blockierung vorzubeugen, ist ein gezieltes Training der Rumpfmuskulatur ratsam. Neben den Rückenstreckern (bei Schmerzen am ISG vor allem der unteren Rückenmuskeln) sollten auch Bauchmuskulatur, Gesäß und Hüfte trainiert werden. Das Training nur einer Muskelgruppe führt zu einem Ungleichgewicht und damit wiederum zu Verspannungen und Schmerzen. In Rückenschulen oder Rückensportgruppen werden unterstützende Übungen demonstriert. Auch Yoga und Pilates sind geeignet.
  • Dehnung: Verschiedene Dehnübungen auf der Gymnastikmatte oder einer Faszien-Rolle lösen verspannte Muskeln und Faszien. Durch regelmäßige, kurze Übungen werden somit Schmerzen langfristig gelindert.
  • Wärme: Um Muskelverspannungen zu lösen und das Gelenk zu entspannen, ist Wärme hilfreich. Dazu geeignet sind zum Beispiel Infrarot-Licht, Wärmflaschen oder Kirschkernkissen. Achten Sie jedoch darauf, ein Tuch auf die Haut zu legen, um Verbrennungen zu vermeiden. Auch sanfte Bewegungen und Übungen im warmen Wasser unterstützen die Schmerzbekämpfung effektiv.
  • Orthesen: Bestimmte Rückenorthesen entlasten das Iliosakralgelenk, fördern die Durchblutung durch Massage, lockern Muskelverspannungen und lindern somit die Schmerzen.
  • Bürostuhl: Viele Bürostühle sind zu unflexibel, verhindern Bewegungen im ISG und fördern damit Verspannungen. Aktive „Fitness-Hocker“ sind in alle Richtungen beweglich, führen Sie in eine korrekte Sitzposition (gerader Rücken, Füße nebeneinander flach auf dem Boden, 90° Winkel in Hüft- und Kniegelenk) und halten die Iliosakralgelenke durch sanfte Schwenkbewegungen geschmeidig sowie langfristig schmerzfrei.
 
 

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